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Verlust der Erdenschwere
Erratet ihr, wie mir weiter geschah? Nein, das ist wohl unmöglich,
Freunde, denn solche Erlebnisse konnte euch noch kein anderer Mensch
beschreiben: Etwas über eine Stunde später hockte ich in
einer riesigen schwarzen Rakete zusammen mit den silberfarbenen Wesen
in einem runden Raum. Sie hatten sich und mich mehrfach an die
gepolsterte Rückwand angebunden. Ich konnte nur vermuten, dass die
anderen eingestiegenen Scharen irgendwo über oder unter mir
zusammengedrängt waren.
Ein furchtbarer Lärm ließ die Rakete erzittern, dann
strömte offenbar grellrot glühende Lava an den unteren Teil
der Rakete. Auch in unserem nahezu dunklen Raum wurde es rötlich
hell und eine mächtige Hitzewelle schlug von unten herauf. Ich
begriff, dass sie mit mir in dieser Rakete weit in den Himmel
geschossen werden wollten. Kamen sie öfter zu uns herunter? Und
welche Vorräte nahmen sie mit? Ob sie herausgefunden hatten, wie
sie die Urgewalt des Vulkans als Antriebskraft nutzen konnten?
Jedenfalls erlebte ich einen ungeheuren Schub unter unerträglichem
Lärm und dann war ich lange taub und vernahm auch viel später
nur noch ein gleichmäßiges, den Ohren schmerzhaftes Zischen.
Offensichtlich flogen wir, aber wohin? Meine größte Sorge
war, wieder ins Meer zu stürzen; später überlegte ich,
dass ein Absturz aus großer Höhe auch über dem Land
nicht erfreulich sein würde.
In dem schwachen Widerschein der leuchtenden Stäbe in den
Händen meiner silbernen Reisegefährten konnte ich nicht
erkennen, wie viele wir waren. Keiner sprach ein Wort und ich fragte
mich, ob sie womöglich keine Sprache hatten.
Nach Stunden wurde es für mich sehr ungemütlich, weil mich
mein Leibwasser drängte. Ich konnte mir schließlich nicht
mehr helfen und gab den Widerstand auf, zumal mir dämmerte, dass
wir auf einer endlosen Reise zu einem anderen Stern unterwegs waren.
Ich hasse Uringestank.
Eine der Gestalten zog mit den Zähnen eine Schnur von einer Art
Schweinsblase los. Darauf entströmte ein Gas, das mich und wohl
auch die anderen in tiefen Schlaf fallen ließ.
Ich erwachte erst, als ein Luftzug in die offen stehende
Raketentür hereinwehte und als ich in einem Dämmerlicht
draußen geschäftiges Treiben wahrnahm. Mir war schwindelig.
Ich merkte erst später, dass ich mit dem Kopf nach unten in meinen
Gurten hing. Die Rakete schien mit der Spitze nach unten zu stehen oder
zu stecken. Meine nächste Entdeckung war, dass wir von Wasser
umgeben waren.
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