Münchhausen
Geliebt hab ich sie  fast  alle
© Willem de Haan
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Über Göttingen und Kassel zu anderen deutschen
Reise-Erschwernissen


Nach unserer Rückkehr von Herzberg wurde es auch deshalb Zeit aufzubrechen, weil einige von euch meine Ankunft schon spitz bekommen hatten und mich ausführlich besuchen wollten, aber auch, weil mir die friedvolle Landschaft meiner Heimat unendlich gut tat und weil ich schon anfing, meine Zusage zur Reisebegleitung der Straßburger Herren zu bereuen.

Die Weinhändler hatten einen großen und bequemen eigenen Reisewagen, den unser Wagner noch ein wenig aufrüsten konnte. Obwohl sie keine Flaschen mehr mit sich führten, hatten sie viel Gepäck bei sich. Ihre Pferde wirkten stark mitgenommen, deshalb nahm mein gräflicher Nachbar sie auf die Weide seiner ausgedienten Pferde und verkaufte ihnen zwei Sommerrappen aus seiner Zucht; Herr Patagonne bezahlte sie bar.

Mich wunderte, dass die Herren gebeten hatten, in Göttingen Station zu machen. Ich wäre nie darauf gekommen, dass sie unbedingt die Bibliothek der Universität kennenlernen wollten. Wenn sich hier ein Geheimnis verbarg - ich konnte es nicht entschlüsseln. Als ich später einmal las, dass ein gewissenloser Gelehrter mit einem Spion lange unbemerkt geheime Botschaften austauschte und dabei alte und von niemand mehr angeforderte Bücher einer Klosterbibliothek als Versteck benutzte, kamen mir einige Zweifel über den von mir bis dahin für löblich gehaltenen Bildungsdrang des Herrn Lovis.

Wir trafen uns am Marktplatz. Die Herren sagten mir nebenbei bei einem kleinen Umtrunk im Ratskeller, dass sie bisher noch keine „gefährdete“ Frauen in Göttingen gesehen hätten. Ich fragte, was sie mit „gefährdet“ meinten. Sie lachten: „Nun, ansehnliche Frauen sind doch in ständiger Gefahr, entführt zu werden.“

Auf diese Gefahren mussten nach ihren Kennerblicken die Göttingerinnen nicht gefasst sein. Ich fand ihr Urteil ungerecht, denn sie hatten ja auf der Weender Straße nur einkaufende Frauen gesehen, vielleicht viele Mägde und Köchinnen in Arbeitskleidung. Ich hatte aus meiner Studen-tenzeit schönere Erinnerungen, das sagte ich ihnen auch. 

Sie ließen das gelten, erzählten mir aber lachend, dass sie ein ihnen altvertrautes Spiel gespielt hätten, nur so zum Spaß: Sie wären die Weender Straße in der Mitte der Stadt zweimal entlang gegangen und hätten sich beim ersten Mal eine Dame ausgewählt, die sie in eine Konditorei einladen möchten und sich beim zweiten Mal spielerisch vorgestellt, sie müssten auf diesem kurzen Straßenstück zehn Frauen bestimmen, mit denen sie etwa einige Tage in einer Berghütte eingeschneit sein möchten oder mit denen sie auf einer Segelreise eine lange Windstille durchstehen wollten. Ich nenne hier natürlich nur die harm-loseren Varianten ihrer Denkspiele. Wenn am Ende der in gut zehn Minuten durchlaufbaren Strecke nicht jeder zehn interessante Frauen gefunden hatte, „mussten“ sie ohne Ansehen der Person jede danach sichtbare Frau „mitnehmen“ und — sie sagten es so niedlich — diesen Frauen dann vollkommen „zu Willen sein“ und ihnen alle nicht auf Vermögen und Strafbarkeit gerichteten Wünsche erfüllen.
    
Mir war gleich eine Erweiterung eingefallen: Im Fall der Berghütte wäre es auch sinnvoll, vermutbare Köchinnen mitzunehmen und sehr beweglich aussehende Frauen, die notfalls Schneekaninchen fangen oder Forellen aus vereis-ten Gebirgsbächen fischen können; nur mit daher stöckelnden strahlenden Schönheiten würde ich mich aufgeschmissen fühlen.

Ich habe dieses Spiel danach in vielen Spielarten erprobt und Ihr solltet es auch einmal ausprobieren: Man spielt es mit erfreulicherem Ausgang in größeren Städten und an belebten Orten, aber eins werdet Ihr immer feststellen: Wenn Ihr zu Beginn einer (notwendig) knapp bemessenen Zeit zu wählerisch seid, rächt sich das am Ende, weil Ihr dann keine Wahl mehr habt.

Ich weiß von einer Freundin, dass Frauen diese Gedankenspiele ähnlich planen: Dann sind eben Männer die Helden oder die „Opfer“; das muss ja auch kein reines Vergnügen werden …

Ein anderes Kopfspiel fand ich auch reizvoll: Innerhalb einer sehr kurz bemessenen Zeitspanne muss ich unter den zufällig in mein Blickfeld geratenen Passanten eine Auswahl treffen: Mit welchen Passanten würde ich eine sofort notwendige Expedition auf mich nehmen oder eine Befreiungs-Aktion in einem anderen Erdteil wagen — etwa im Fall einer spektakulären Entführung? Können wir uns vermutbar auf einander verlassen? Sehen alle ausreichend auch seelisch stark und belastbar aus? Eine hohe Entschädigungssumme mit zusätzlichen Belohnungen würde den Ausgewählten die Teilnahme sicher schmackhaft machen. 

Die Mitnahme von Frauen würde uns vor weitere Herausforderungen stellen. Ist die Aufgabe nicht schon schwer genug? Eine fernöstliche Weisheit rät: „Verzicht befreit“. Andererseits … Es wird lange Diskussionen geben.

Nach Göttingen nahmen wir über Münden und Kassel die beschwerlichen Wege ins Westfälische und Rheinische. Das Reisen in einer eigenen Reisekutsche kann das Überlandfahren teilweise angenehmer machen als mit der gewöhnlichen Post, aber so lange unsere Straßen so sind, wie sie sind, werden Wagen und Reisende oft auf harte Proben gestellt...

Die Herren erzählten mir auf der Reise von ihren Absichten, in neuen Fabriken größere Stückzahlen von Kutschen-Modellen fertigen zu lassen. Sie suchten Mitfinanzierer für diese Unternehmen, die sie in Mannheim und bei Duisburg planten; die „Wasserstraße Rhein“ wollten sie unbedingt nutzen. Ich fand besonders interessant, dass sie für ihre ersten Standorte erwogen, sich mit unterschiedlichen Modellen selbst Konkurrenz zu machen. Sie erwähnten, dass einige staatliche Stellen Interesse gezeigt hätten, aber mit Geldunterstützungen noch zögerten. Sie suchten deshalb auch ausländische Teilhaber.

Nach den auch mir zuteil gewordenen geistigen Anregungen in der Göttinger Bibliothek empfahlen die Herren mir in Kassel die Besichtigung einer wertvollen Kunstsammlung, während sie mehrere Kunden besuchen wollten. „Zufällig“ trafen wir uns dann vier Stunden später im weithin berühmten Salon von Madame Cloé wieder; ich immerhin auf der Suche nach Julia. Wir überspielten unsere Verlegenheit mit herzlichem Lachen und vereinbarten, unsere amourösen Abenteuer künftig genauer abzusprechen.

Mir war wieder aufgefallen, dass ich Herrn Patagonne in einem Gespräch mit Madame Cloé angetroffen hatte, bei dem er nicht wie ein Gast und auch nicht wie ein Weinverkäufer wirkte. Madame Cloé beschäftigte offenbar seit neuerer Zeit mehrere charmante und elegante Französinnen.

Ich war inzwischen mit neuen Modeschöpfungen verführerischer Damenwäsche und mit betörenden Duftwassern vertraut, aber immer noch lernbereit. Die Damen freuten sich über mein fachliches Interesse und improvisierten für uns eine dezent pikante Modenschau. Weil Madame Cloé Musiker rufen ließ und Herr Lovis aus einem restlichen hauseigenem Vorrat Wein holte, steigerte sich dieser Abend unversehens zu einem ausgelassenen Kostümfest für einen kleinen Kreis von Kunstfreunden.

Nach einer längeren Fahrt brach uns am nächsten Abend kurz vor neun Uhr in Sichtweite einer westfälischen Kleinstadt, die ich lieber nicht nennen will, das linke Vorderrad. Unser Wagenlenker fiel dabei unglücklich von seinem Bock und weil die Kutsche umstürzte, gerieten unsere Bodenwerderer Rappen in Panik und verletzten den Mann zusätzlich bei ihrem erfolgreichen Ausbruch.

Wir kamen mit schmerzhaften Prellungen und Verstauchungen davon. Herr Patagonne war nach dem Unfall merkwürdig verstört und machte uns Sorgen. Zuerst aber musste unser ernsthaft verletzter Kutscher versorgt werden.

In dieser Abendstunde war weit und breit kein Mensch und kein Fahrzeug zu sehen. Als es immer dunkler wurde, lud ich mir den stöhnenden Kutscher, einen großen, kräftigen Mann, auf die Schulter und marschierte auf die Stadt zu. Herr Lovis musste bei seinem Partner und dem lädierten Wagen ausharren. In ihrem Gepäck befanden sich, wie sie mir anvertraut hatten, hohe Geldsummen in mehreren Währungen und wichtige Papiere.

In einem der ersten Häuser fand ich hilfsbereite Bürger, die uns aufnahmen und nach einer Heilkundigen schickten. Einige Nachbarn taten sich zusammen und brachten die beiden Herren herbei und die arg demolierte Reisekutsche in Sicherheit. Wir wurden über Nacht auf drei Häuser verteilt und waren es zufrieden. Die Weinhändler baten mich, zwei ihrer mitgeführten Kisten in meine Obhut zu nehmen. Als alles gerettet und versorgt schien, ließen wir aus einem Gasthaus noch Mahlzeiten und Wein und Bier und Schnaps holen. Wir luden unsere Gastgeber und Retter mit zum Verzehr ein. Sie gingen begeistert darauf ein und langten kräftiger als wir zu. Anstelle des von uns dreien trotz seiner minderen Qualität bevorzugten Weins hielten sie sich mehr an klaren Schnaps. Es wurde spät...

Was von uns als selbstverständliche dankbare Geste gedacht war, erwies sich als folgenreiche Unvorsichtigkeit: Mitten in der Nacht wurde ich durch ein Geräusch an meiner Tür aufgeschreckt. Ich hatte mich nicht einschließen können, aber aus alter Gewohnheit trotz meiner Weinbenommenheit noch einen Stuhl schräg gegen die Tür gelehnt. Meine Pistole war unerreichbar tief in meinem Gepäck…

Ich sprang auf, riss die Tür auf und zog die Gestalt davor ins Zimmer. Es war eine junge, mollige Frau in einem tief aufgeknöpften Nachthemd. Sie hatte viel Parfüm benutzt. Bei meiner heftigen Bewegung war eine Schulterseite ihres Nachthemdes herab geglitten; sie hielt es in Brusthöhe fest, in der anderen Hand trug sie eine Petroleumlampe. Ich vermutete, dass sie zu den Hausbewohnern gehörte, mit denen wir eben gefeiert hatten, aber im Nachthemd, mit aufgelösten Haaren und bei schummriger Beleuchtung sind flüchtige Bekanntschaften nun einmal leicht zu verwechseln.

"Ach bitte, können Sie mir helfen, lieber Herr, ich habe so schreckliche Alpträume und meine Schwester, die sonst immer bei mir schläft, ist nicht daheim...", sagte die Besucherin ungeschickt und wenig glaubwürdig. Sie bat mich, wenigstens in ihrem Zimmer nebenan nachzusehen, da hätte sie so ein unheimliches Geräusch aufgeschreckt...

Ich schwankte zwischen meiner natürlichen Hilfsbereitschaft und meinem Misstrauen gegen Menschen, die mich ohne echten Grund im Schlaf stören. Andererseits spielte die Frau gekonnt die Verführerin und zudem erinnerte sie mich an eine mir irgendwann lieb gewesene Bettgenossin. Schließlich nutzte sie meine schläfrige Unentschlossenheit und zog mich, ihr Nachthemd rutschte dauernd herab und ich musste es wieder hochziehen, barfüßig in ihre benachbarte Stube: „Ich heiße Trudchen, ich habe später was Schönes für Sie!“ Dabei griff sie mir scheinbar stolpernd, aber zielsicher ins Gemächt.

Als sie die Lampe hinstellte, fiel ihr Nachthemd herab. Was ich im Mondlicht erkennen konnte, fand ich durchaus nicht abstoßend. Sie warf sich im Bett auf mich, aber noch bevor sie das Federbett über unsere Schultern ziehen konnte, hörte ich unten die Treppe knarren. Ich war sofort hellwach und erkannte die Falle.

Ich befahl der Frau, keinen Mucks zu machen, wenn sie hier ungeschoren herauskommen wollte. Ich kam gerade dazu, wie ein Schatten in mein Zimmer glitt. Wütend stürzte ich hinterher. Ich erkannte schemenhaft eine männliche Gestalt bei den Kisten der Herren aus Straßburg.

Ich stürzte mich auf den Kerl, warf ihn zu Boden, erwischte das große Porzellangefäß unter meinem Bett und schlug mit voller Wucht zu. Und weil ich mich beim Draufschlagen, wenn es je nötig wird, immer auch gern verbal entlade und weil auch der Niedergeschlagene kräftige Schmerzenslaute hören ließ, erfüllte einiger Lärm das Haus.

Der Mann stürzte hinaus und in wilder Hast die Treppe hinunter. Unten klirrten Scherben. Als ich mit meiner unbekleideten Nachbarin hinterher wollte, war die bereits brennende Treppe nicht mehr benutzbar.

Wie meist in fremden Nachtquartieren hatte ich beim Bezug meines Zimmers mögliche Fluchtwege geprüft und wusste, dass knapp unter meinem Fenster das Dach eines Stalls lag. Unten hörte ich Stimmen, aber das sich schnell herauffressende Feuer prasselte laut. Ich schloss meine Tür, zerriss und verknotete mein Betttuch und ließ die wimmernde Frau aus dem Fenster herab. Weil sie sich ungeschickt bewegte, krachte sie durch das Stalldach und fiel unter quiekende Schweine. Ich warf ihr eine Decke nach, denn sie war jetzt doch sichtlich unglücklich über ihre Nacktheit.

Dann begann ich, meine und die Habe der Weinhändler zu bergen. Ich musste die Koffer und Kisten so weit wie möglich über den Stall hinaus werfen; das erwies sich als zu harte Belastungsprobe für die Kisten, während meine Lederkoffer gut davonkamen. Zuletzt ließ ich mich herab, landete auch im Schweinestall, aber die Tiere waren von den Leuten schon herausgelassen worden.

Das Haus brannte inzwischen lichterloh; da war nichts mehr weiter zu retten. Es stand in einigem Abstand zum Nachbarhaus, sonst hätte das Drama noch schlimmer geendet. Auch unten in meinem Haus waren die Gastgeber rechtzeitig den Flammen entkommen. Bei aller Aufregung mussten wir lachen über unseren und der anderen Aussehen in äußerst sparsamer und improvisierter Nachtbekleidung.

Die Leute zeigten sich überzeugend entsetzt über den Einbrecher, denn das war der robuste Verlobte ihrer Tochter, die mich nachts aus meinem Zimmer locken wollte, um ihm sein Werk zu erleichtern. Trudchen sprach fortan kein Wort mehr mit mir, obwohl ich sie doch immerhin vor dem Flammentod bewahrt hatte. Meine Reisebegleiter fanden trotz der sieben beschädigten Kisten alle ihre Wertsachen erhalten. Sie gaben sich gefasst und erklärten sich bereit, den Geschädigten einen Aufbaukredit zu geben.

Am nächsten Morgen erschien die Polizei und überprüfte unter anderem unsere Papiere. Die Landpolizisten setzten ein langes Protokoll auf und nahmen den noch im Haus versteckten und von ihnen aufgespürten Einbrecher mit. Er stand deutlich erkennbar unter einem Schock.

Wir Durchreisenden wollten die Sache nicht unnötig erschweren und sagten nach kurzer Zeichen-und Gestenabsprache nichts über unsere Beobachtungen zur Unfallursache unseres Wagens, obwohl wir sicher waren, dass uns eine frisch in die Straße gehackte Rinne zum Verhängnis geworden war. Ich verschonte auch die junge Frau. Wie zur Belohnung für unsere Milde erfuhren wir mit Freude, dass am Morgen zwei Rappen mit dem gräflichen Bodenwerderer Brandzeichen eingefangen worden waren.

Die Zeit wurde mir nicht lang, denn ich konnte den beiden Händlern beim Spiel eine hübsche Summe abnehmen. Der Wagen und die Transportkisten wurden befriedigend repariert. Nach zwei Tagen hätten wir weiterreisen können, verschoben es aber noch auf den folgenden Morgen, dann fühlte sich auch unser Kutscher wieder ausreichend stark.

Leider bewahrheitete sich wieder einmal die Volksweisheit, dass ein Unglück selten allein kommt. Schon weit im Rheinischen, wahrscheinlich in der Nähe des Neanderthals, gerieten wir in einen Morast. Ich aß gerade einen Apfel und wäre wie weiland Schneewittchen fast daran erstickt, als unsere Kutsche einsackte und wir einander ratlos ansahen. Dann sprang ich hinaus und half dem Kutscher, die Pferde loszukoppeln. Dem einen Gaul gab ich den Rest meines Apfels. Die Straßburger waren auch in den Morast gesprungen, weil die Kutsche immer tiefer einsank.

Ich schnalzte dem Pferd zu, das meinen Bodenwerderer Apfel offenbar genossen hatte; es kehrte nach einigem Zögern tatsächlich zu mir zurück. Ich tätschelte es, erreichte, dass es sich in dem tiefen Schlamm wieder drehte, knotete seinen langen Schweif an eine Lederschlaufe der Deichsel und schickte es mit einem Klaps voran. Ich staunte über die Kraft des braven Pferdes. Natürlich habe ich ihm die Arbeit nicht allein überlassen und ich hoffte, dass die Männer hinter der Kutsche sich nicht nur an den Rädern festgehalten haben. Mit viel Kraft und vielleicht auch mit einer intelligenten Einsicht zog das treue Pferd tatsächlich die Kutsche und uns wieder aufs Trockene.

Meine Arme haben nach dieser Anstrengung noch tagelang geschmerzt. Und aus purem Übermut habe ich den Bauersleuten, bei denen wir später unsere Kleider säuberten, ganz gegen meine Art eine faustdicke Lüge aufgetischt. Die haben die absurde Geschichte offenbar weitererzählt, sie hat sich in schwer vorstellbarer Art verselbständigt und ich gelte deshalb heute in der ganzen bewohnten Welt als der erste Mensch, der sich mit seinen Armen am eigenen Haarschopf aus dem Sumpf gezogen hat.

Viele wird dieses unmögliche Bild leider zu einem dann enttäuschenden Selbstversuch verleitet haben. Es gibt überall Leute, die eine verrückte Übertreibung ernst nehmen und Unsinniges für wahr halten. Ich staune immer darüber, was die Leute alles glauben, wenn einer nur mit fester Stimme spricht
– erst recht, wenn sie es gedruckt lesen.

Wir haben als Kinder gern das Spiel „Stille Post“ gespielt, bei dem eine geflüsterte Nachricht über mehrere „Stationen“ fast immer ein völlig anderes Wort am Ende des Spielkreises herauskam. Einige Geschichten, die ihr über mich gelesen habt, habe ich an weinhaltigen Abenden irgendwelchen Leuten erzählt; die Zuhörer haben sie weiter erzählt, die anderen haben sie wieder weiter erzählt und bis sie zu denen kamen, die solche Geschichten drucken konnten, hatten sie eine Qualität, bei der man in tiefe Gemütsbewegungen fallen könnte wenn man dazu eine Anlage hätte.

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Inhalt

Am Beginn unserer Bekanntschaft
Aufbruch
Das will ich vorausschicken
Lernstunden der Liebe
Frühlingsfische
Spätes, erfreuliches Wiedersehen
Waldfee? Teufelsweib? Hexe?
Mein anderer Franziskus
Die Eroberung einer Burgherrin
Meine Reise nach Russland

Riskante Rast im Schnee
Dreiundzwanzig liebeshungrige Frauen
Hochzeitsgast in einem russischen Dorf
Endlich in St. Petersburg
Der Zarin zu Füßen
Bei Hofe knistert überall Erotik
Russische und indische Liebeskünste
Allerhöchste Schokoladengelüste
Im Hintergrund des Machtzentrums
Kaiserliche Gewinnspiele

Vertrauter und künstlerischer Berater
Wir brauchen eine Bühne und Verkleidungen
Auch ein Starker braucht Bestärkung
Un(frei)williger Kriegsheld
Tatarenleidenschaft
Beim Sultan in Konstantinopel
Ein türkisches Muss: Ein Harem für mich
Ich lebe gern mit vielen Frauen
Jeder Alltag war ein Festtag
Die Flöte des Pan

Gewöhnungsbedürftiges
Für manches weiß ich eine Lösung
Kulturaustausch mit dem Reich der Pharaonen
Im Palast des Paschas
Ägyptische Freuden und Plagen
In goldenen Käfigen
Delfine zogen mich nach Griechenland
Stille Zeit und alte Bräuche
Begegnung mit überirdischer Schönheit
In die Welt hinausgeschleudert

In weiblicher Gefangenschaft
Strafverschärfung: Lieblingsgefangener
Schöpferisches Handeln hält hellwach
Undankbare Flucht
Mediterranes Zwischenspiel
Ich erforschte den falschen Vulkan
Verblendeter und sofort bestrafter Eifer
Verlust der Erdenschwere
Auf einem andern Stern
Die Muse des Gesanges

Befreiung durch Naturgesetze
Archäologen wurden Zeugen
Eingewöhnung in irdisches Leben
Jagdverhinderung in Bayern
Im schottischen Hochmoor
Frühstück für Nessie
Eisbären sind musikalisch und tanzfreudig
Unerwartete Freuden in Polarnächten
Tigerjagd in Bengalen
Literatur als Überlebenshilfe

Nächtlicher Kampf mit Berglöwen
Liebe macht manchmal erfinderisch
Dichtertreffen
Der König mit dem Knall
Delikate Mission: Königlicher Vorkoster
…und her wider unz an Ungerland
Heilige in der Kirche, Dame im Salon und im Bett eine…
Dagmars unwiderstehliche Strategie
Mit Wanda und Ewa im Schnee
Ein erotisches Krisen-Komitee

Königlich-Niederländisches Liebesnest
Tarantella tanzen in Tarent
Irgendwo in der Südsee
Lernbereite Kannibalenkinder
Seminare unter Palmen
Manchmal hilft uns auch ein Schurke
Das Geschenk des Zauberers
An Bord eines Seeteufels
Von Bremen aus heimwärts
Hexenwerke im Harz?

Auch hierzulande gibt es Reise- Erschwernisse
Im heiligen Köln
Säulenheilige am Dom
Liebesarien
Ein Abend mit lauter Fragen
Was soll ich in Amerika?
Wiedersehen mit Mahajusha
Im Wein wird doch Wahrheit sein?
Mahajusha schenkt mir Flügel
Tiefschläge aus heiterem Himmel

Nachwort
Lesungen u. Bestellungen für Buch
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Sach-, Personen und Ortsregister
Rollentauschmöglichkeiten

Ich selbst
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