Münchhausen
Geliebt hab ich sie  fast  alle
© Willem de Haan
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Mit Wanda und Ewa im Schnee

Die Einladung nach Warschau kam im November an, also in der von mir so vermuteten trostlosesten polnischen Jahreszeit, wenn dort alle Wege in Schlamm oder Schnee versinken. Der polnische Botschafter konnte unsere Bedenken nicht entkräften, aber wir kamen zu einem Kompromiss: Prinzessin Wanja war bereit, mich in einem österreichischen Schloss bei ihrer Tante Sophie-Cäcilia zu empfangen. Sie machte dort einen ausgedehnten Besuch.

Ich fand dieses Angebot günstig und freute mich, den beschwerlichen Weg in die polnische Hauptstadt sparen zu können. Als ich aber bei ihrer Tante Sophie-Cäcilia ankam, war Prinzessin Wanja schon in die Schweiz weitergereist, angeblich aus gesundheitlichen Gründen; ich sollte ihr ins Wallis nachreisen. Die Fürstin bat mich um Verständnis für Wanja und schilderte sie als eine bezaubernde und liebenswerte junge Frau. Wandas Freundin Ewa erwähnte sie gar nicht.

Auf der Reise in die Schweiz gerieten wir tief in den Schnee. Das uns als „vier Schlittenstunden links hinter Chur“ beschriebene Dorf war schwierig zu erreichen; ohne die uns mitgegebene detaillierte Landkarte mit erstaunlich genauen und sinnvollen Erläuterungen hätten wir das einsame Bergnest nie gefunden. Es lag nämlich nicht im Wallis, sondern in Graubünden, ganz schön tief in der Schweiz. Wir sind dem dringenden Rat gefolgt, bereits in Chur Vorräte einzukaufen, denn ein Geschäft gäbe es „da oben“ nicht. Ich packte, natürlich auf Staatskosten, mit Hilfe meiner Begleiter einen stattlichen Vorrat zusammen, für den wir dann einen eigenen Schlitten mieten mussten: gut acht verschiedene Weinsorten (drei weiße haben wir vorher gekostet, die roten mochte ich nicht der Kälte aussetzen), Champagner eines mir noch nicht bekannten Namens, einige feste Käsesorten, Mengen des fein geschnittenen und luftgetrockneten Bündner Fleisches, einige eingefrorene Rehrücken, vereistes Gemüse und Fische, darunter meine Lieblingssorten Felchen und Forellen und natürlich verschiedene Schokoladen.

In Chur haben wir uns noch einmal kräftig gestärkt. Weil es früh dunkel wurde, habe ich uns noch eine Nachtruhe in Gasthäusern der kleinen, verwinkelten Altstadt genehmigt. Diese Rast hat uns allen gut getan. Die Gräfin und ich haben uns, weil in der Herberge, die wir uns ausgesucht hatten, ein größeres Fest lautstark gefeiert wurde, als Gäste in dem mächtigen Komplex des Fürstbischöflichen Hofes eingeladen. Die Eminenz war gerade in Rom, sein Verwalter war von unseren Dokumenten sehr beeindruckt; es waren schließlich auch Empfehlungen unseres Kardinals dabei.

Am nächsten Vormittag mussten wir uns das letzte Stück unserer Strecke mit Bauernschlitten in dieses wirklich weltabgeschiedene Dorf hinaufziehen lassen. Es schneite unaufhörlich. Warum die Prinzessin sich in dieser zugeschneiten Einsamkeit versteckt hielt, blieb mir dunkel. Ob sie mich und uns mit der Wahl dieses Ortes auch auf unsere Ernsthaftigkeit hin prüfen wollte? Meine Geduld wurde arg strapaziert. Meine Begleiter hatte ich bis auf Eve-Marie und Chantal, eine besonders geschickte und zu allen Arbeiten bereite Hofdame zunächst unten im Tal gelassen; sie sollten alle nach drei Tagen nachkommen.

Wir fragten oben in einem Bauernhof nach polnischen Besucherinnen, erhielten aber nur Hinweise auf eine deutsche Familie, die sich in einem Chalet eingemietet hatte. Diese Familie erwies sich dann doch als Prinzessin Wanjas Begleitung; neben ihrer Freundin Ewa waren das eine Kammerfrau und eine Köchin.

Nicht zu vergessen war da noch Jagello, ein beeindruckend großer Neufundländer als offensichtlicher persönlicher Beschützer der Prinzessin, der mich gleich in den Schnee warf und seine Rolle überzeugend bewies. Die Prinzessin rief ihn vergeblich zurück. Ich raufte lange mit ihm und erreichte schließlich, dass er mich akzeptierte.

„Halten Sie sich an die Gewohnheiten des Alten Fritz?“ fragte ich, als ich aufstand und den Schnee aus meinen Kleidern klopfte. „Wie meinen Sie das?“ wollte Prinzessin Wanda etwas unsicher lächelnd wissen.

„Nun, König Friedrich II. ließ seine Besucher gern von seinen Hunden beschnuppern; wen sie nicht mochten, der wurde nicht empfangen.“

Alle lachten und wir wurden jetzt unverkrampft behandelt. Ich fand bald heraus, dass die beiden jungen Damen schon viel Spaß miteinander gehabt hatten und bei jeder Gelegenheit gern lachten, sicher auch über mich.

Jagello legte sich auf meine Füße; der Kamin verbreitete bullige Wärme. Wir saßen beim Kerzenschein und die beiden Frauen und ich kamen uns später über einem Käse-Fondue und beim „Grünen Veltliner“ zunehmend näher.

Es ging heiter zu. Ich bemerkte natürlich, dass beide Frauen sich so gekleidet hatten, dass ihre Brüste mehr als nur zu ahnen waren und ihre Röcke ließen es bei einigen eigentlich unnötigen Bewegungen zu, dass ich eine anregende Vorstellung von ihren hinteren Rundungen bekam.

Beide Frauen fand ich überaus attraktiv und erfreulich begehrenswert. Leider fühlte ich mich längst sehr müde.

Prinzessin Wanja fragte uns nach dem Kronprinzen aus; sie und ihre Freundin wollten wissen, wie sein Charakter sei, ob er Erfahrung mit Frauen habe, ob er wirklich so draufgängerisch sei, wie er auf den mitgebrachten Porträts aussah und wann er wohl König werden würde.

Als ich vor dem Chalet in Jagellos Gesellschaft noch eine Pfeife rauchte, trat Wanda in einem gehäkeltem Umhang zu mir hinaus und fragte nach meinen ungeschickten Bemerkungen zum andauernden Schneefall unvermittelt: "Und Sie müssen jetzt herausfinden, wie ich im Bett bin?" Was blieb mir da anders übrig, als so undramatisch wie möglich zu sagen: "Ja, Prinzessin, das ist meine wundervolle Aufgabe."

"Nun gut, sagte Wanja, "finden Sie es heraus; aber vorher will ich mehr über Sie erfahren. Sie schlafen heute mit Ewa." Als ich sie verblüfft ansah, sagte sie mit einem bezaubernden Lächeln und schubste mich zum Abschied: "Ich komme vielleicht später auch noch dazu."

War der „Grüne Veltliner“ schuld oder der vielleicht falsch dosierte Himbeergeist, der zum Fondue gehört - ich wunderte mich überhaupt nicht und fand alles völlig in Ordnung. Der Diener und die Köchin begleiteten die Gräfin und die Hofdame in ein Nachbarhaus.

Wir drei wollten noch vor dem Kamin miteinander plaudern und den Wein austrinken; wir hatten Jagello zum „Anstandsverantwortlichen“ ernannt; er erwies sich wie erwartet als großzügig, als mein Kopf in Ewas Schoß lag und als ich Wandas Hüfte streichelte..

Wir machten uns doch bald zur Nachtruhe fertig. Als ich noch einmal von draußen zurückkam, lag ein großer, aus sechs Schafsfellen genähter Schlafsack vor dem Kamin. Ich legte mich hinein und fand ihn angenehm. Oben hörte ich die beiden Frauen lachen. Die Reise war anstrengend gewesen; das Essen und der Wein hatten mich zum Umfallen müde gemacht; ich bin sofort eingeschlafen. Das Kaminfeuer glühte nur noch schwach, als ich wieder wach wurde.

Ich musste noch einmal hinaus, zog mir dafür das Nötigste an und pinkelte draußen verdöst in den Schnee. Jagello nutzte die Gelegenheit zu ähnlichen Erleichterungen. Ich bemühte mich, leise zu sein, aber die schwere Türe quietschte und ich stieß gegen einen Stuhl. Aus meinem Schlafsack kam ein verhaltenes Kichern.

"Grüezi, Ewa", sagte ich freudig, als ich in den warmen Schlafsack rutschte und dort eine bis zum Hals in wollene Sachen gehüllte Gestalt antraf. Das wuschelige Wollpaket rührte sich nicht und blieb stumm. War das nun Ewa oder Wanja? Was tut ein Mann von Welt in solch einer Situation? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass mir damals etwas ziemlich Verrücktes eingefallen war: Ich begann, leise ein französisches Liedchen zu trällern: "Auprès de ma blonde, qu'il fait bon dormir..."

Dann fiel mir ein, dass Ewa schwarze Haare hatte und Wanja eher rote. Das wäre in dem schwachen Widerschein des Feuers aber nicht unterscheidbar gewesen. "Sing weiter!“, flüsterte die Wollmumie neben mir.

Während ich das Lied leise weiter sang, begann ich, die hier völlig unnötige Verpackung der wohlriechenden Gestalt zu lösen. Sie verhielt sich zuerst steif und passiv, kam mir unter gutem Zusingen aber entgegen und barg ihren angenehm duftenden Kopf an meiner Brust.

Jagello schnarchte vor unserem Schlafsack. Er wusste seine Menschen sichtlich gut aufgehoben.

Als ich die Frau in meinen Armen von allem Entbehrlichem befreit hatte, begann sie, während wir uns küssten, mit langsamen, aber sicheren Bewegungen mein Hemd aufzuknöpfen und meinen Gürtel zu öffnen. Mein Mund machte sich neugierig daran, das fremde Gebiet näher zu erkunden. Ich tauchte schließlich in die Tiefen des Schlafsacks und nahm mit wohligem Erschauern war, dass ein anderer Mund auch auf Entdeckungsfahrt war.

Die beiden wohl gleichjungen Frauen hatten ungefähr die gleiche Figur, nicht zu schlank und noch nicht füllig: ich stieß mich bei ihnen nicht mehr an Knochen und hat durchweg Festes, bei den Brüsten sogar Süß-Schweres in der Hand und im Mund. Die beiden wären in diesem Halbdunkel kaum unterscheidbar gewesen, aber ich war von der ersten Sekunde an sicher, dass Wanja zu mir gekommen war und ein besonders reizvolles Spiel mit mir spielen wollte. Ihr Kettchen mit dem Kreuz berührte einmal meine Nase, das gab mir Gewissheit.

Vielleicht habe ich das schon einmal erwähnt: Ich habe reifere Frauen immer den blutjungen vorgezogen, aber in dieser Nacht erweiterte sich der Stand meiner Erkenntnis. Woher hat ein so junges Weib diese fantastische Lusterfahrung oder ist dies eine herrliche, natürliche Begabung? Das fragte ich mich staunend, als wir unsere Lust wenigstens etwas gestillt hatten.

Ich tat weiter so, als wenn ich sie für Ewa halten würde. Ich flüsterte in ihr duftendes Haar: "Verzeih mir, du Schöne, ich bin todmüde, bleib in meinem Arm und dulde meine Hände, wo sie sind. Und: Danke, dass du zu mir gekommen bist. Ich liebe deine Haut…"

Der Schlafsack wärmte uns Unbekleidete vortrefflich. Ich blinzelte in den schneehellen Morgen und zog die Frau neben mir vorsichtig auf mich. Meine Hände streichelten ihren Rücken und alles Wohlgerundete weiter unten. Ihre Haare kitzelten mich. Ich versuchte sie wegzupusten, sie waren widerspenstig; als ich sie weg strich, sah ich, dass sie dunkel waren, nahezu schwarz.

Ich war verwirrt: Dies war ja tatsächlich Ewa. Ich versuchte, ihr Halskettchen zu sehen: Ja, es war da. Die auf mir Liegende küsste mich schläfrig. "Guten Morgen, du Lieber, wo ist denn Wanja?"

"Ich bin hier, liebe Leute", sagte Wanja, die den vor ihr liegenden Jagello mit den Füßen kraulte und uns wohl schon länger von einem Sessel aus zugesehen hatte. Sie stand auf, ließ ihre Decke fallen, zog ihr Nachthemd aus und schlupfte nackt zu uns in den Schlafsack. Sie war ziemlich kalt geworden und wir hatten Arbeit damit, sie aufzuwärmen. Was für Brüste, welch ein streichelweicher, sanft gewölbter Bauch – und was für ein wundervoller Schoß!

Ihre Augen lachten und mein Mund und meine Hände erkannten sie wieder. Sie flüsterte mir Liebes ins Ohr. Ihre Stimme klang warm und angenehm dunkel. Ewa verzog sich "mal eben" nach oben, wir hatten einige unvergessbare Augenblicke für uns; wir klebten, nachdem wir den uns den Atem nehmenden „kleinen Tod“ erlebt hatten, lustvoll aneinander und dann klopfte im unpassendsten Augenblick eine Bäuerin mit dem Frühstück an die Tür.

Wanja huschte hinauf und ich erschreckte die Bäuerin durch mein etwas zu kurzes Hemd. Aber sie lachte nur, warf Jagello, der sie freudig begrüßt hatte, ein Stück Schinken zu und deckte geschickt und sehr anregend den Tisch.

Die folgende Nacht verbrachten wir gleich zu dritt, eben weil es in dem Schlafsack so herrlich warm war. Obwohl es mir schwer fiel, trank ich vorher keinen Wein und deshalb kann ich behaupten: Ich ließ in diesen Stunden nichts unversucht, um meine Kenntnisse über Polen und über Polinnen zu vertiefen.

Bisher wusste ich kaum mehr, als was alle in den verbreiteten Vorurteilen zu wissen meinen: dass die Polen stolz und die Polinnen charmant, elegant und improvisationsbegabt sind. Ich weiß jetzt erheblich mehr, besonders über zwei entzückende junge Polinnen, die mich auf viele neue Gedanken brachten.

Meine bisher gewachsene allgemeine Erkenntnis war, dass ein König, sicher noch mehr als jeder andere Mann, eine fröhliche, anziehende, einfühlsame Frau braucht, die ihm seine Sorgen fort bläst, ihn klug und unaufdringlich beraten kann, ihn abschirmt gegen allzu Lästiges und Gefährliches und nicht zuletzt unbedingt dafür sorgt, dass er nie ungestillt und ungesättigt ihr Bett verlässt.

An diesen Maßstäben gemessen, habe ich Prinzessin Wanja überschwänglich empfohlen, obwohl ich beträchtliche Mühe hatte und habe, in meiner Erinnerung zwischen ihr und Ewa zu unterscheiden. Aber das war halt mein Problem.

An unserem dritten oder vierten Morgen hatte ich die beiden etwas zerzaust aussehenden Frauen im Arm und ließ mich behaglich über die Sehenswürdigkeiten von Paris ausfragen, über die neueste Mode und über Beschaffungsmöglichkeiten für eine ihnen einleuchtende Verhütungsmethode. In diesen wichtigen Gesprächen unterbrach uns ein heftiges Klopfen an der Haustüre. Jagello war empört und angriffsbereit. Diesmal war es nicht die Frühstücksfrau, sondern die Gendarmerie: Zwei Uniformierte besuchten uns und baten darum, Jagello zu beruhigen und an die Leine zu nehmen. Misstrauisch knurrend hat er sich gefügt, blieb aber sprungbereit vor seiner Herrin sitzen.

Die Männer waren amtlich neugierig und blickten häufig auf die nur wenig und sicher absichtlich ziemlich aufreizend bekleideten Frauen, die sich auch gar nicht bemühten, sich „untenherum“ seriöser zu zeigen, schließlich waren die Gendarme in unsere Privatheit eingedrungen.

Unsere verschiedenen ausländischen Pässe schienen den sich erkennbar unbehaglich fühlenden Männern eher verdächtig zu sein und erst die von mir mit meinem griechischen Hirtenpfiff alarmierte Gräfin fand den richtigen Ton für diese Vertreter der Staatsgewalt.

Eve-Marie machte den Ordnungshütern klar, dass wir uns hier von der großartigen Berglandschaft überzeugen sollten als Vorhut für bald nachreisende hochgestellte Herrschaften des Hochadels, die unerkannt bleiben müssten, aber den diskreten Schutz der hiesigen Gendarmerie zu schätzen wissen würden.

Die Gendarme fuhren auf Skiern wieder ins Tal. Jagello war erleichtert und wir vier feierten ihren Abschied übertrieben ausgelassen mit Champagner, Katenschinken und Bergkäse.

Prinzessin Wanja bekam bald darauf eine böse Erkältung und wir mussten mit Rücksicht auf ihre Eltern ihre vorzeitige Abreise vorbereiten. Ich sah erschreckt meine Versäumnisse, denn Programmpunkte wie die wichtigen Zeichnungen, die ärztlichen Untersuchungen, die Belastungsproben, die Prüfung ihrer Repräsentationsfähigkeiten und ihrer lebenspraktischen und politischen Kenntnisse standen ja noch aus. Ich hatte dies alles vergessen gehabt.

Wir wollten Wanda allein schlafen lassen, aber das hat sie mit Tränen verhindert: „Bitte, bitte, lasst mich nahe bei euch sein. Ich will nur dick vermummt mit meinen Halswickeln neben euch liegen!“

Das war sicher von ihr auch Jagello zuliebe so gedacht; er lag wie von der ersten Nacht an immer unten an unserem Schlafsack, schlief dann beruhigt fest, schnarchte zufrieden und lief im Traum sichtbar große Strecken. Ich beriet ich mich mit den wichtigsten Spezialisten und bat die Gräfin und Ewa dazu. Wir sahen die Alternative, die beiden Frauen nach Polen zu begleiten, das war allerdings für uns eine abschreckende Vorstellung angesichts der zu befürchtenden Straßen- verhältnisse, oder unseren Besuch auf das späte Frühjahr zu verschieben, mit dem Risiko, dass der Hof diese Aufschiebung verurteilen könnte.

Ewa schlug mir in der folgenden Nacht, als wir herrlich ermattet neben einander lagen, eine Variante vor: "Begleitet uns doch nach Wien, da können wir nach Wanjas Gesundung alles nachholen; die Kaiserin erwartet uns eh."

Wanja, die ich immer dicht hinter mir spürte und deren fieberheiße Hand mich oft zärtlich und eifersuchtsfrei nicht nur an der Hüfte berührte, auch wenn ich noch im lustvollen Zauberbann von Ewa war, flüsterte mir ihre Zustimmung zu.

Wien war für mich ein lockendes Ziel; ich nahm den Vorschlag sofort an. Vorher aber vertrat Ewa die Prinzessin weiter ernsthaft und liebevoll; sie erzählte mir viel von ihr und ließ sich in ihrem Auftrag von mir einige Vorlieben des Thronfolgers demonstrieren. Die waren mir zwar nicht bekannt, aber ich hatte mir einige ausgedacht, die zu ihm passen könnten. Ewa war beeindruckt und wir übten einiges ernsthaft und mit Freude. Wanda schlief wie jede Nacht neben uns, oder stellte sich manchmal auch nur schlafend und wir hatten sie beide gern im Schlafsack und umarmten sie oft.

Unseren Arzt unten im Dorf konnten wir nicht erreichen, weil wir meterhoch eingeschneit waren. Eve-Marie hörte sich in den Nachbarhäusern um und fragte nach Hausmitteln für eine starke Erkältung. Ihr wurde eine ältere Frau empfohlen, die allerdings nicht zu unserm Chalet hinaufgelangen konnte. Wir brachten Prinzessin Wanja deshalb auf einem Schlitten zu ihr und quartierten sie zusammen mit Ewa bei ihrer Familie ein. Jagello schien die Umstände zu begreifen und blieb wie selbstverständlich bei mir.

Für den bewegungsfreudigen Hund waren unsere langen Schneewanderungen erfreulich, aber für mich war es eine entbehrungsreiche Zeit, denn Eve-Marie nutzte die Gelegenheit, kurz eine Verwandte im nahen Liechtenstein zu besuchen und Ewa konnte immer nur für höchstens zwei Stunden zu mir kommen.

Wandas Kur hat sich aber gelohnt: Nach einer Woche war sie reisefähig. Drei Lastschlitten, die junge Burschen mit ihrer Fußkraft steuerten, brachten uns zu unseren Begleitern ins Tal. Jagello lief neben uns her. Fünf Tage später waren wir im wirklich schönen Schönbrunn bei dem betagten Kaiserpaar.

Wir genossen die neun Tage der „sehr gehobenen“ österreichischen Gastfreundschaft. Hier ergaben sich in höflicher Abgeschiedenheit alle erwünschten Situationen. Unser begabter Maler malte Wanja mit ihren rasant erwachten Lebensgeistern in vielen Variationen, oft auch Wanja und Ewa und Jagello, doch vorsichtshalber nie zusammen mit mir, denn das nächtliche Geheimnis sollte nur uns gehören.

Aber vor Kammerdienern und Zofen ist nichts zu verbergen und was sie wissen, wissen bald alle; damit mussten wir leben. Ich behauptete vorbeugend diskret, aber für einige mithörbar, dass ich mit allen Handlungen gewissenhaft allerhöchste Befehle befolge.

Ja dann, werden sich (hoffentlich!) alle gesagt haben, dann wird es schon richtig sein. War es ja auch, irgendwie. Aber lebensgefährlich war es halt auch, doch das war es uns allen wert.

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Inhalt

Am Beginn unserer Bekanntschaft
Aufbruch
Das will ich vorausschicken
Lernstunden der Liebe
Frühlingsfische
Spätes, erfreuliches Wiedersehen
Waldfee? Teufelsweib? Hexe?
Mein anderer Franziskus
Die Eroberung einer Burgherrin
Meine Reise nach Russland

Riskante Rast im Schnee
Dreiundzwanzig liebeshungrige Frauen
Hochzeitsgast in einem russischen Dorf
Endlich in St. Petersburg
Der Zarin zu Füßen
Bei Hofe knistert überall Erotik
Russische und indische Liebeskünste
Allerhöchste Schokoladengelüste
Im Hintergrund des Machtzentrums
Kaiserliche Gewinnspiele

Vertrauter und künstlerischer Berater
Wir brauchen eine Bühne und Verkleidungen
Auch ein Starker braucht Bestärkung
Un(frei)williger Kriegsheld
Tatarenleidenschaft
Beim Sultan in Konstantinopel
Ein türkisches Muss: Ein Harem für mich
Ich lebe gern mit vielen Frauen
Jeder Alltag war ein Festtag
Die Flöte des Pan

Gewöhnungsbedürftiges
Für manches weiß ich eine Lösung
Kulturaustausch mit dem Reich der Pharaonen
Im Palast des Paschas
Ägyptische Freuden und Plagen
In goldenen Käfigen
Delfine zogen mich nach Griechenland
Stille Zeit und alte Bräuche
Begegnung mit überirdischer Schönheit
In die Welt hinausgeschleudert

In weiblicher Gefangenschaft
Strafverschärfung: Lieblingsgefangener
Schöpferisches Handeln hält hellwach
Undankbare Flucht
Mediterranes Zwischenspiel
Ich erforschte den falschen Vulkan
Verblendeter und sofort bestrafter Eifer
Verlust der Erdenschwere
Auf einem andern Stern
Die Muse des Gesanges

Befreiung durch Naturgesetze
Archäologen wurden Zeugen
Eingewöhnung in irdisches Leben
Jagdverhinderung in Bayern
Im schottischen Hochmoor
Frühstück für Nessie
Eisbären sind musikalisch und tanzfreudig
Unerwartete Freuden in Polarnächten
Tigerjagd in Bengalen
Literatur als Überlebenshilfe

Nächtlicher Kampf mit Berglöwen
Liebe macht manchmal erfinderisch
Dichtertreffen
Der König mit dem Knall
Delikate Mission: Königlicher Vorkoster
…und her wider unz an Ungerland
Heilige in der Kirche, Dame im Salon und im Bett eine…
Dagmars unwiderstehliche Strategie
Mit Wanda und Ewa im Schnee
Ein erotisches Krisen-Komitee

Königlich-Niederländisches Liebesnest
Tarantella tanzen in Tarent
Irgendwo in der Südsee
Lernbereite Kannibalenkinder
Seminare unter Palmen
Manchmal hilft uns auch ein Schurke
Das Geschenk des Zauberers
An Bord eines Seeteufels
Von Bremen aus heimwärts
Hexenwerke im Harz?

Auch hierzulande gibt es Reise- Erschwernisse
Im heiligen Köln
Säulenheilige am Dom
Liebesarien
Ein Abend mit lauter Fragen
Was soll ich in Amerika?
Wiedersehen mit Mahajusha
Im Wein wird doch Wahrheit sein?
Mahajusha schenkt mir Flügel
Tiefschläge aus heiterem Himmel

Nachwort
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