Münchhausen
Geliebt hab ich sie  fast  alle
© Willem de Haan
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Kulturaustausch mit dem Reich der Pharaonen

Nach mehreren, teilweise recht abenteuerreichen Dienstreisen in die entlegeneren Provinzen seines Reiches erteilte mir der Sultan einen diplomatischen Auftrag, den ich als eine besondere Ehre empfand: In seiner damaligen ägyptischen Provinz hatte er vor Jahren einen Jugendfreund als Pascha eingesetzt. Diesem Freund hatte der Sultan von "unerhört aufregenden Tänzen" berichtet, zu denen ich meine Haremsfrauen angeregt hatte und die inzwischen den Sultan und alle Männer an seinem Hof begeisterten.

Nun hatte der ägyptische Herrscher den Freund gebeten, mich und meine Haremsdamen nach Kairo zu schicken, um seine Frauen in den neuen Tänzen zu unterweisen. Dem Sultan lag an der Festigung seiner guten Beziehung, zumal der Pascha sich in politischen Schwierigkeiten befand, weil seine Mamelucken-Beis, eine Art Gebietsfürsten, ihm die Oberherrschaft streitig machten.

Die hohen und höheren Würdenträger des Sultans beratschlagten tagelang mit mir, welche Gefälligkeiten wir dem hohen Herrn und seiner wichtigsten Umgebung bei dieser Gelegenheit noch erweisen könnten. Selbstverständlich sollten wir im Namen des Sultans auch viele erlesene Gastgeschenke übergeben.

Ich erhielt eine Ergänzung meines Reise-Harems um mehrere Frauen mit ganz besonderen Begabungen: Rusha aus dem Harem des Sultans verstand sich auf die Kunst des Traum und Zeichendeutens; Nadil und Tulka aus dem Harem des Großwesirs konnten Vergangenes erkennen und Zukünftiges vorhersagen, Zanuba aus dem Harem eines anderen hohen Würdenträgers kannte sich trefflich mit allen Heil, Gift und Zaubertränken aus und Samira aus dem 4. Ersatzharem des Sultans hatte die Gabe, mit ihrem unvergleichlichen Lächeln auch die verrohtesten Männer ihr völlig ergeben zu machen. Auch die dunkelhäutige Alisha vermochte andere Menschen mit ihrem Blick und mit geheimen Befehlen zu beherrschen und sie zu den unglaublichsten Handlungen zu bewegen.

Der Sultan ließ uns ein großartiges Schiff herrichten. Bei dieser Reise musste ich meinen Grundsatz fallen lassen, mich nur mit Frauen zu umgeben: Ich nahm einige Dichter und eine Schar von Musikanten und neben meinen Leibgardistinnen eine besonders ausgebildete Wachtruppe mit auf die Reise. Auf Wunsch des Großwesirs brachte ich noch an die sechzig geübte Spione unter, die irgendwelche Besonderheiten in Kairo erkunden sollten.

Wir segelten in bester Stimmung los und freuten uns darauf, Staatsgäste in Ägypten zu werden. Für die meisten von uns eröffnete diese Reise zugleich eine etwas größere Freiheit, denn das Leben am Hof des Sultans konnte man durchaus auch mit einem goldenen Gefängnis vergleichen und golden war es auch nur für wenige Auserwählte, zu denen ich mich zählen durfte.

Trotz meiner drohenden Warnung an alle Männer, die meine Frauen bedrängen würden, sie über Bord zu werfen und heim schwimmen zu lassen, gab es an die zehn Versuche der lüsternen Kerle; fast alle übrigens aus unserer Künstler-Clique. Ich musste wie angekündigt durchgreifen, aber das hatte leider keine abschreckende Wirkung, allerdings war auch mindestens eine meiner Frauen mitschuld – vielleicht nicht nur aus Leichtsinn.

Unterwegs überfielen uns zweimal Seeräuber, aber wir konnten ihre Angriffe mit geringen Verlusten auf unserer Seite abwehren.

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Inhalt

Am Beginn unserer Bekanntschaft
Aufbruch
Das will ich vorausschicken
Lernstunden der Liebe
Frühlingsfische
Spätes, erfreuliches Wiedersehen
Waldfee? Teufelsweib? Hexe?
Mein anderer Franziskus
Die Eroberung einer Burgherrin
Meine Reise nach Russland

Riskante Rast im Schnee
Dreiundzwanzig liebeshungrige Frauen
Hochzeitsgast in einem russischen Dorf
Endlich in St. Petersburg
Der Zarin zu Füßen
Bei Hofe knistert überall Erotik
Russische und indische Liebeskünste
Allerhöchste Schokoladengelüste
Im Hintergrund des Machtzentrums
Kaiserliche Gewinnspiele

Vertrauter und künstlerischer Berater
Wir brauchen eine Bühne und Verkleidungen
Auch ein Starker braucht Bestärkung
Un(frei)williger Kriegsheld
Tatarenleidenschaft
Beim Sultan in Konstantinopel
Ein türkisches Muss: Ein Harem für mich
Ich lebe gern mit vielen Frauen
Jeder Alltag war ein Festtag
Die Flöte des Pan

Gewöhnungsbedürftiges
Für manches weiß ich eine Lösung
Kulturaustausch mit dem Reich der Pharaonen
Im Palast des Paschas
Ägyptische Freuden und Plagen
In goldenen Käfigen
Delfine zogen mich nach Griechenland
Stille Zeit und alte Bräuche
Begegnung mit überirdischer Schönheit
In die Welt hinausgeschleudert

In weiblicher Gefangenschaft
Strafverschärfung: Lieblingsgefangener
Schöpferisches Handeln hält hellwach
Undankbare Flucht
Mediterranes Zwischenspiel
Ich erforschte den falschen Vulkan
Verblendeter und sofort bestrafter Eifer
Verlust der Erdenschwere
Auf einem andern Stern
Die Muse des Gesanges

Befreiung durch Naturgesetze
Archäologen wurden Zeugen
Eingewöhnung in irdisches Leben
Jagdverhinderung in Bayern
Im schottischen Hochmoor
Frühstück für Nessie
Eisbären sind musikalisch und tanzfreudig
Unerwartete Freuden in Polarnächten
Tigerjagd in Bengalen
Literatur als Überlebenshilfe

Nächtlicher Kampf mit Berglöwen
Liebe macht manchmal erfinderisch
Dichtertreffen
Der König mit dem Knall
Delikate Mission: Königlicher Vorkoster
…und her wider unz an Ungerland
Heilige in der Kirche, Dame im Salon und im Bett eine…
Dagmars unwiderstehliche Strategie
Mit Wanda und Ewa im Schnee
Ein erotisches Krisen-Komitee

Königlich-Niederländisches Liebesnest
Tarantella tanzen in Tarent
Irgendwo in der Südsee
Lernbereite Kannibalenkinder
Seminare unter Palmen
Manchmal hilft uns auch ein Schurke
Das Geschenk des Zauberers
An Bord eines Seeteufels
Von Bremen aus heimwärts
Hexenwerke im Harz?

Auch hierzulande gibt es Reise- Erschwernisse
Im heiligen Köln
Säulenheilige am Dom
Liebesarien
Ein Abend mit lauter Fragen
Was soll ich in Amerika?
Wiedersehen mit Mahajusha
Im Wein wird doch Wahrheit sein?
Mahajusha schenkt mir Flügel
Tiefschläge aus heiterem Himmel

Nachwort
Lesungen u. Bestellungen für Buch
und CD-Fassung

Sach-, Personen und Ortsregister
Rollentauschmöglichkeiten

Ich selbst
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