Münchhausen
Geliebt hab ich sie  fast  alle
© Willem de Haan
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Im Hintergrund des Machtzentrums

Katharina liebte es, in aller Frühe etwa zwei Stunden am Schreibpult zu arbeiten. Nach meinen liebevollen Korrekturen ihrer Briefvorlagen und meinen für sie ausgearbeiteten Entwürfen unterhielt sie eine enorme Korrespondenz mit vielen von mir vorgeschlagenen Gelehrten und Staatsmännern. Für eine eigene Fassung hatte sie, wie ihr verstehen werdet, keine Zeit und keine Ruhe. Aber in meinen Vorarbeiten erkannte sie ihren Stil wieder und verließ sich voll auf das Abschreiben. Diese geistige Arbeit erfrischte sie und erregte sie stark; sie kam danach wieder unbändig lusthungrig zu mir ins warme Bett und vertraute sich meiner Fantasie an.

Es war auch eine Form ihrer einmaligen Souveränität, morgens, während wir noch im Bett aneinander geschmiegt lagen, den Obersten des Geheimdienstes hinter Vorhängen sitzen und berichten zu lassen. Es wird ihn anfangs irritiert haben, dass sie sich keine Hemmung auferlegte, während unserer Morgenliebe gelegentlich genussvoll zu stöhnen und dazwischen eine scharfsinnige Frage zu stellen oder Befehle zu erteilen. Wir hörten den Offizier einige Male hinter dem Vorhang erregt aufspringen…

Es ergab sich, dass sie mich manchmal mit den Augen oder sonstwie mimisch um meine Meinung fragte. Meistens überließ ich ihr die Entscheidung, manchmal sah sie mich auch den Kopf schütteln. Aber darauf achtete sie nie. In gelöster Stimmung setzte sie nach unserem Champagnerfrühstück gegen zehn Uhr die Staatsgeschäfte fort.

Die Zarin hatte eines Nachts in meinen Armen geflüstert: „Wenn sich doch alle meine Untertaninnen solche Lusterlebnisse gönnen würden!“ Das hat mich inspiriert. „Herzenszarin, befiehl mir, dir bald etwas vorzuschlagen!“ „Ich befehle es dir, gleich nach dem nächsten Liebesbeweis!“

Zu meinen Einfällen, die Staatseinnahmen zu erhöhen, zählte ich einen bunten Karton, den das Bild der Zarin beherrschte. Darunter war ein immerwährender Kalender gedruckt, und unter ihm ein bebildertes Liebesprogramm für alle Monate: Ein ansprechendes Paar zeigte abwechselnd einzelne Möglichkeiten, sich nahe zu kommen, mal von ihr, mal von ihm ausgehend, immer drei zusammengehörige, aber eindeutige Ereignisse.

Dieses sehr billig kaufbare Bild hing bald in jedem Haus im weiten Russischen Reich, denn auch Ungebildete konnten es leicht verstehen. Die Anregung zu liebevollen Spielen ging immerhin von ihrer Herrscherin aus, von der jeder wusste, dass keine Frau östlich von Paris mehr von der Liebe verstand als sie. Das Schaubild war für die Massen gedacht; es brachte vielen Freude und trotz ihres winzigen Preises insgesamt eine millionenfache Einnahme. Für Lesekundige entwarf ich zusätzlich eine Textfassung mit einem anspruchvollerem Programm und an die sechzig erotischen Aufgaben, die beliebig „gebündelt“ werden konnten; es mussten von einem Paar aber immer mindestens vier Ansätze erfüllt werden.

Wir staunten über die unglaubliche Beliebtheit dieses neuartigen „Regelwerks“ und über seine frappierend pingelige Befolgung, die alsbald Mode und fast ein moralisches Gesetz geworden war: Ich werde noch versuchen, diese Anregungen für euch zu rekonstruieren – erinnert mich daran!

Ich hatte meinen Jurij beauftragt, in den Wirtshäusern die Meinung des Volkes zu erkunden. Mit einem zusätzlichen Sold – den Sinn des Begriffs „Trinkgeld“ habe ich erst bei ihm richtig erfasst – hat er das gern und geschickt gemacht. Das Ergebnis war aber niederschmetternd: Die Herrscherin war offenbar wenig beliebt und stärker gefürchtet; sie galt als herrschsüchtig, als unnahbar, abgehoben und ungerecht.

Ich sah die Notwendigkeit, gegenzusteuern und für mehr Sympathie zu werben. Ich fand, das hatte sie verdient. Wichtig wurde mir und bald auch ihr der Auftrag an eine Vielzahl von Malern, das Porträt der Zarin im Festornat auf riesige Holzwände in Städten und Dörfern malen zu lassen. Neben ihrem Gesicht standen die Worte, die sich die Massen der Analphabeten sicher vorlesen ließen und auswendig lernten: „Die Zarin ist eure Mutter!“

Diese Worte bekamen den Rang eines Sprichwortes und erfüllten ihren von mir ausgedachten Zweck, dem Volk die Herrscherin ans Herz wachsen zu lasen. In St. Petersburg und in den Orten, in denen Katharina besonders gut bekannt war, ließ ich den Satz noch einprägsamer verkürzen in „Ich bin eure Mutter!“ Die Zarin fühlte sich jetzt auch verpflichtet, das Volk mit einigen „guten Taten“ für sich einzunehmen – gegen den Widerstand einiger Berater war das schwer genug.

Die Zarin hat ihrem Reich viel geschenkt, manchen und mir war es längst nicht genug und wir diskutierten und stritten uns oft darüber, welche Freiheiten und Rechte und eignen Besitz ihre Untertanen brauchten. Sie wich selten von ihrer Ansicht ab, dass ein so riesiges Reich mit einem so unermesslich großen Katalog von Zukunftsaufgaben den Menschen und der „Staatsräson“ zuliebe kleine Schritte braucht. Und außerdem rief sie zuweilen: „Meine Nachfolger sollen sich auch noch mit großen Neuerungen unsterblich machen können!“

Die Großaufträge sicherten unzähligen Malern für einige Jahre ein gutes Einkommen. Einige Botschafter sollen in ihren Ländern ähnliche Schilder zur Förderung der Beliebtheit ihrer Herrscher angeregt haben. Ich hatte die Absicht, auch für Waren werbende Schilder aufstellen zu lassen, aber mit diesem Einfall wartete ich noch; vielleicht, dachte ich, ist ein anderes Land reifer für diese Art, in den Köpfen der Menschen Kaufwünsche entstehen zu lassen.

Ich habe die Zarin davon überzeugen können, dass Fahnen eine fantastische Wirkung haben. Entgegen dem Rat einiger Hofbeamten habe ich durchsetzen können, dass die bisher nur in der Umgebung der Zarin gezeigte gelbe Kaiserstandarte mit dem Doppeladler massenhaft im Land verteilt wurde, meist zusammen mit der alten weißblauroten Fahne. Das kam sehr gut an und es förderte weit mehr als Patriotismus und Zarentreue.

Habe ich euch übrigens schon berichtet, dass ich der Zarin zur Erinnerung an unsere 100. Liebesnacht etwas besonders Staatsförderndes geschenkt habe? Es war die Gründung der Jugendgruppen „Kinder der Zarin“, in der Mädchen und Jungen in mehreren Altersstufen ihre Herrscherin als leuchtendes Vorbild sahen – und fast unmerklich zu verlässlichen Stützen ihrer Macht heranwuchsen. Ich hatte den Ehrgeiz, die „Kinder der Zarin“ für gesellschaftliche Aufgaben auszubilden; aber einige Militärstrategen sahen noch weitere Möglichkeiten, als ich ihnen nicht mehr im Wege stand…

Katharina war auf diese Mädchen und Jungen so stolz wie auf eigene Kinder. Sie förderte die Jugendgruppen in vielen Städten, schenkte ihnen hübsche Uniformen und besuchte einige von ihnen abwechselnd.

Um sie zu schonen, aber auch, um einen starken Eindruck zu machen, ließ ich jeweils zwölf Schwarze Reiter aus ihrem Leibregiment mit einer bebilderten persönlichen Botschaft der Zarin zu den abendlichen Treffen der Gruppen ausschwärmen; das fanden auch unsere Sicherheitsspezialisten günstiger. Auf dem nächsten Empfang für das Diplomatische Corps wurde das Thema „Jugendgruppen als Herrscherfreunde“ aufgeregt diskutiert. Die Zarin verwies die Genaueres erfragenden Botschafter an mich: „Fragen Sie doch Minister Münchhausen, der weiß alles über die „Kinder der Zarin“. Es war eine ihrer gekonnten Improvisationen – ich erfuhr so beiläufig von meiner Beförderung.

Mit dieser Aufwertung war natürlich Mehrarbeit verbunden: Ich sollte, das hatte ich einmal spielerisch angeregt, Holländer und Deutsche zur Trockenlegung der vielen russischen Sumpfgebiete anlocken und ihnen dafür Unerhörtes versprechen: Steuerfreiheit, Befreiung vom Militärdienst, Erlaubnis von Sklavenhaltung, besonders von Muslimen; etliche Vorteile und ähnlich schwer Haltbares.

Ich lernte die Kunst des Delegierens, besonders an deutschstämmige Offiziere, die sich dann etwa um die Ansiedlung von Mennoniten verdient machten. Ich behielt die Oberaufsicht, vermied anstrengende Dienstreisen in die Sumpfgebiete und ließ meine Leute die riesigen Vorhaben zum einseitigen Erfolg führen: Die Sümpfe wurden trocken gelegt, Weizenfelder und Siedlungen konnten darauf angelegt werden, aber sonst wurde längst nicht alles wahr…

Der Einfall einer Weinlaune begeisterte Katharina: Ich schrieb ihr zusätzlich zu den häufigen politischen einige philosophische Reden, die sie dann zur allgemeinen Verwunderung vor den geistigen Größen ihres Reiches hielt und die ausländische Zeitungen begierig kostenpflichtig und sorgfältig redigiert nachdrucken durften. Die Themen waren absichtlich geheimnisvoll und schwer verständlich, jedenfalls unserer Zeit weit voraus, aber gerade das fand seine Bewunderer.

Ich habe eine Wette gegen die Zarin „bei freier Auswahl des Gewinns“ gewonnen: Je dunkler der Sinn war und je verschwommener sie es mit fester Stimme vortrug, desto stärker wurde sie umjubelt.

Die Kaiserin und Zarin auch als Intellektuelle! Sie war das ja wirklich, nur war sie nicht mit diesem Attribut bekannt geworden. Das mag auch ihre Eigenheit erschwert haben, ihre Sätze bei innerer Erregtheit nicht zu vollenden und sich selbst oft ins Wort zu fallen. Darüber half ein fertiges Manuskript gut hinweg – und natürlich unser vorheriges Üben.

Wie viele geistig angestrengt Arbeitende wurden auch wir übermütig. Warum sollten wir uns nach so vielen im In und Ausland anerkannten Leistungen nicht einige Spitzfindigkeiten leisten können! Katharina sprach vor Hunderten Dichtern und Denkern aus mehreren Ländern über „Die Zeitreise zum Mittelpunkt der Leere“, über „Die Fähigkeit des Rückwärtsträumens“, über „Das Universum im Kopf“ und über „Die Wissenschaft als Kunst“ -ich nenne euch heute nur die weniger spektakulären Themen, weil ich auf diesem hochgeistigen Gebiet ausnahmsweise einmal keine Anregungen verschenken will.

Wir riskierten schließlich globale staatswirtschaftliche Überlegungen wie „Die Übereignung der großen Flüsse in private Hände“ – alles, wirklich alles, auch eindeutig Abstruses wurde hymnisch gepriesen und wie üblich vielfältig verbal nachgeahmt.

Den überwältigendsten Erfolg erlebte die Zarin mit einem poetischen Abend, den sie heimlich mir gewidmet hatte: „Ich liebe, also bin ich!“ Wir mussten diese Veranstaltung in immer größere Säle verlegen und viele Male wiederholen, weil unzählige Liebesleute aus ganz Russland jeweils herbeigepilgert waren. Nach ungefähr zwölf Abenden immer am letzten Sonntag eines Monats habe ich eine Ablösung durch eine beliebte und sehr begabte Schauspielerin durchgesetzt.

Zur Erholung plauderte Katharina in Fortsetzungen und mit Bildbeispielen darüber, „Was wir von Katzen lernen können“; sie bezog sich dabei auf meine schriftlich festgehaltenen Beobachtungen in der von ihr geliebten und gehätschelten Katzenkolonie in den Kellern der Eremitage, die Mäuse und Ratten von den dort gelagerten Kunstwerken fernhalten sollten.

Veranstaltungsort war aus politischer Rücksichtnahme leider das umständlich erreichbare und deshalb immer mehrere Tage Aufenthalt erfordernde und von mir gar nicht geschätzte Moskau; die Vorträge hießen „Moskauer Nachtgespräche“. Übrigens überließ die Zarin mir ganz die meist nicht enden wollenden anschließenden Nachgespräche; sie besuchte derweil mit ihrem weiblichen Gefolge eine Oper, ein Konzert oder ein Ballett – ich traf sie erst Stunden später in meinem Bett.

Übrigens hatte ich mit Katharinas Billigung, aber sonst streng geheim und von mir „handverlesen“, aus vier Ländern mehrere Frauen und Männer mit Verstand, Bildung und Fantasie in einer „Denk-und Schreibfabrik“ vereint; wir nannten sie zur verharmlosenden Tarnung „Petersburger Weinfreunde“. Die hochbegabten (ja, zugegeben, die weiblichen Mitglieder waren beiläufig auch sehr ansehnlich), also diese Mitdenker verhalfen Katharina und mir zu fabelhaften neuen Ideen und ließen auch unseren obersten Mundschenk strahlen; ihr ahnt vielleicht, warum.
 
Wir staunten über unseren nie erwarteten Erfolg auch bei einem von uns als „anspruchsvoll“ erkanntem Publikum. Ich hatte recht behalten! Als Wettgewinn habe ich mir zu Katharinas großen Verwunderung etwas von ihr völlig Unerwartetes ausgesucht: Schon lange hatte ich den Wunsch, die Herrin meines Herzens und aller Reußen einmal ein paar Tage und Nächte ganz für mich zu haben. Mit Schilderungen von Stränden am Baltischen oder am Schwarzen Meer oder von einer romantischen Hütte im Kaukasus versuchte ich, sie für diese Gedanken zu erwärmen, aber sie war skeptisch, ob wir irgendwo in ihrem Riesenreich unbemerkt untertauchen könnten, erst recht nicht in den Regierungslandsitzen und in den offiziellen Datschen.

Ich habe ihr aber auch den meiner Meinung nach zu riskanten Einfall ausgeredet, heimlich in ihre ihr kaum vertraute und eher zufällige Geburtsstadt Stettin zu reisen und schlug ihr dafür – als Variation zu unseren üblichen Petersburger Schlittenfahrten eine intime Schlittenfahrt ins Finnische vor, nur mit einer Kammerfrau, einem Offizier der Leibgarde und einem Koch im Zweitschlitten. Aber sie fühlte sich zu sehr in der Regierungspflicht gefangen. Außerdem fürchtete sie mit einigem Grund, dass irgendein Machthungriger ihre Abwesenheit für einen Aufstand nutzen könnte. Das war ja auch der geheime Grund, warum sie alle Einladungen zu Staatsbesuchen ins Ausland ablehnte.

„Nein“, entschied sie, „mehr als zwei Tage darf ich nicht fehlen, das ist riskant genug.“ Als ich nicht locker ließ, erreichten meine Versuche einmal eine durch viel Wein begünstigte Stimmung. „Welches Abenteuer schlägst du also vor, Carolus?“ fragte sie gar nicht mehr von mir erwartet, aber offensichtlich gerade risikobereit. Wir waren damals allerdings nicht mehr vernunftgesteuert.

„Offi-Schatz“, raunte ich („Offi“ hatte sie sich selbst als Zweijährige genannt, und so wurde sie zeitlebens von ihren Eltern und Geschwistern genannt; mich hatte sie eingeladen, sie auch so zu nennen, wenn wir allein waren), „kann ich dich in drei Stunden am östlichen Nebentor abholen?“ Sie lachte: „Das ist unmöglich, Carolus, ich komme nie unerkannt an den Wachen vorbei. Du weißt doch, wie eingesperrt ich hier bin.“

Jetzt wisst ihr also auch, wie sie mich nannte. „Wozu haben wir Fantasie!“ entgegnete ich und küsste rundum ihre Handgelenke und erlaubte meiner Zunge an diesen köstlichen Stellen eine kleine und immer wirksame Liebkosung, der sie nie widerstehen konnte.

Schnell entwickelte ich einen Plan: Ich hatte vor einigen Tagen vor der Stadt miterlebt, wie ein Wagen mit einer vielköpfigen Familie einen Achsenbruch hatte. Die Frau war hochschwanger und der Mann war schon in Geburtspanik. Ich half mit meiner Kutsche und mit Hilfe einer gastfreundlichen Kleinbauernfamilie aus, die ich mit einem gut gefüllten Geldbeutel dafür gewinnen konnte, die sieben oder acht unterschiedlich großen Kinder der in Eile befindlichen Familie zwei oder drei Tage lang zu versorgen.

Die Hochschwangere und ihr Mann waren dann mit mir zu einem wie üblich überfüllten Hospital gefahren; wir erfuhren dort aber nur das Haus einer Hebamme.
 
Mein romantischer Einfall war, meine Bekanntschaft für eine weitere Abmachung zu nutzen: Die Leute sollten mir gegen eine großzügige Entschädigung für zwei Nächte ihr Häuschen überlassen und keine Fragen stellen. Jurij suchte vorgeblich ein Liebesnest für seine Flamme und sich.

Es wäre leichter gewesen, wenn ich für alles etwas mehr Zeit gehabt hätte, aber ich musste Katharinas Stimmung nutzen. Es gelang auch, sogar mit einer gründlichen Reinigung der Hütte und mit weißem Anstrich; die Bauersleute zogen derweil zu Bekannten. Ich legte vorsorglich noch zeitgleich zwei andere, plausiblere Spuren.

Mein Jurij besorgte Kleider eines Knechts, die Frauenkleider holte eine Kammerfrau an einem Nebeneingang ab. Katharina überließ die gewohnte Hauptrolle nun vorsichtshalber einer Vertrauten aus ihrem Hofstaat, Alexandra, die meine Geliebte mimen sollte; Katharina fungierte zum Schein als Dienerin dieser Frau.

Alles gelang gut, nur kam Katharina plötzlich auf den Gedanken, dass ich Alexandra so wild wie möglich auf dem Strohlager lieben sollte. Die rotblonde Frau mit einer molligen Figur, wie sie Katharina auf einigen Bildern des Holländers Rubens erotisch ansprechend gefunden hatte, erwies sich in vielen Liebeskünsten erfahren und spielte diese Rolle gern und wie oft geübt. Mitten in dieser kraftzehrenden Umarmung riss uns Katharina auseinander: „Das genügt; Alexandra muss sich erholen!“ Ich begriff, dass sie jetzt mit mir kämpfen wollte. Obwohl ich schon ziemlich besäuselt war, habe ich mich gern auf sie eingestellt und ihr zukommen lassen, was sie in dieser Stunde ersehnte.

Aber von diesen schönen Details abgesehen, war uns der Ausflug im Ganzen nicht gelungen und ohne Wein hätten wir die eine Nacht kaum durchgehalten. Unser ländliches Abenteuer hatte die landesübliche Folge, dass einige Flöhe und Wanzen die Gelegenheit zu einem Wohnungswechsel in unsere parfümierten Kleider genutzt hatten.

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Inhalt

Am Beginn unserer Bekanntschaft
Aufbruch
Das will ich vorausschicken
Lernstunden der Liebe
Frühlingsfische
Spätes, erfreuliches Wiedersehen
Waldfee? Teufelsweib? Hexe?
Mein anderer Franziskus
Die Eroberung einer Burgherrin
Meine Reise nach Russland

Riskante Rast im Schnee
Dreiundzwanzig liebeshungrige Frauen
Hochzeitsgast in einem russischen Dorf
Endlich in St. Petersburg
Der Zarin zu Füßen
Bei Hofe knistert überall Erotik
Russische und indische Liebeskünste
Allerhöchste Schokoladengelüste
Im Hintergrund des Machtzentrums
Kaiserliche Gewinnspiele

Vertrauter und künstlerischer Berater
Wir brauchen eine Bühne und Verkleidungen
Auch ein Starker braucht Bestärkung
Un(frei)williger Kriegsheld
Tatarenleidenschaft
Beim Sultan in Konstantinopel
Ein türkisches Muss: Ein Harem für mich
Ich lebe gern mit vielen Frauen
Jeder Alltag war ein Festtag
Die Flöte des Pan

Gewöhnungsbedürftiges
Für manches weiß ich eine Lösung
Kulturaustausch mit dem Reich der Pharaonen
Im Palast des Paschas
Ägyptische Freuden und Plagen
In goldenen Käfigen
Delfine zogen mich nach Griechenland
Stille Zeit und alte Bräuche
Begegnung mit überirdischer Schönheit
In die Welt hinausgeschleudert

In weiblicher Gefangenschaft
Strafverschärfung: Lieblingsgefangener
Schöpferisches Handeln hält hellwach
Undankbare Flucht
Mediterranes Zwischenspiel
Ich erforschte den falschen Vulkan
Verblendeter und sofort bestrafter Eifer
Verlust der Erdenschwere
Auf einem andern Stern
Die Muse des Gesanges

Befreiung durch Naturgesetze
Archäologen wurden Zeugen
Eingewöhnung in irdisches Leben
Jagdverhinderung in Bayern
Im schottischen Hochmoor
Frühstück für Nessie
Eisbären sind musikalisch und tanzfreudig
Unerwartete Freuden in Polarnächten
Tigerjagd in Bengalen
Literatur als Überlebenshilfe

Nächtlicher Kampf mit Berglöwen
Liebe macht manchmal erfinderisch
Dichtertreffen
Der König mit dem Knall
Delikate Mission: Königlicher Vorkoster
…und her wider unz an Ungerland
Heilige in der Kirche, Dame im Salon und im Bett eine…
Dagmars unwiderstehliche Strategie
Mit Wanda und Ewa im Schnee
Ein erotisches Krisen-Komitee

Königlich-Niederländisches Liebesnest
Tarantella tanzen in Tarent
Irgendwo in der Südsee
Lernbereite Kannibalenkinder
Seminare unter Palmen
Manchmal hilft uns auch ein Schurke
Das Geschenk des Zauberers
An Bord eines Seeteufels
Von Bremen aus heimwärts
Hexenwerke im Harz?

Auch hierzulande gibt es Reise- Erschwernisse
Im heiligen Köln
Säulenheilige am Dom
Liebesarien
Ein Abend mit lauter Fragen
Was soll ich in Amerika?
Wiedersehen mit Mahajusha
Im Wein wird doch Wahrheit sein?
Mahajusha schenkt mir Flügel
Tiefschläge aus heiterem Himmel

Nachwort
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