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Ein erotisches
Krisen-Komitee
Noch in Wien erreichte mich ein Befehl meines Königs, mich
für eine Reise in das „Königreich beider Sizilien“ zu
rüsten. Ich bereitete mich mit Hilfe österreichischer
Diplomaten auf diesen Auftrag vor, aber dann kam uns ein Krieg in die
Quere und wir kehrten heim nach Frankreich.
Ich berichtete ausführlich den mich im Hof abfangenden
Wichtigtuern, legte ihnen die Bilder vor und erläuterte sie
absichtlich so interessant und doch raffiniert lückenhaft, dass
der Thronfolger mich endlich persönlich empfing und dann von mir
alles Rühmenswerte erfuhr. Es beeindruckte ihn; er leckte sich
mehrmals die Lippen und seufzte bei manchem verführerischen Bild.
Seine Eltern hatten inzwischen aber eine andere Verbindung mit ihm vor;
er verabscheute sie, aber die Staatsraison verlangte seine
Unterwerfung. Auf die neue Frau sollte er noch zwei Jahre warten.
Ich bekam einen bunten Orden und den womöglich auch ähnlich
ehrenhaften königlichen Auftrag, dem Kronprinzen einstweilen
einige Mätressen zuzuführen. Sie sollten ihn wohl dazu
bringen, sich als Mann bestätigt zu fühlen und seine
erotischen Kenntnisse zu erweitern; in dieser Hinsicht sahen seine
Vertrauten offenbar Defizite.
Es folgte eine für mich schwierige Vermittlungsphase, denn die
Hofschranzen ließen mich partout nicht mehr zum Kronprinzen
vordringen. Meine Befragungen ergaben aber, dass ihn die aparten und
wirklich sehr verschiedenen Frauen, die ich ihm zuführte,
überhaupt nicht mehr erregen konnten.
In meiner Not bildete ich mit einigen Experten das heute noch
bestehende „Königlich-Erotische-Krisen-Komitee“. Bei unseren
nächtelangen Wein-Runden hatte wieder einmal Eve-Marie den
rettenden Einfall gehabt: Wir führten Seiner Königlichen
Hoheit als elfte Frau die hübsche schwangere Jasmin mit einem
bereits sehr hoffnungsvoll gewölbtem Bauch und erregend riesig
gewordenen Brustknospen zu.
Jasmin reizte ihn tatsächlich mühelos und verschaffte ihm
große Lust, allerdings wesentlich auch durch eine weitere
Besonderheit, auf die wir eines Nachts gekommen waren und die wir
vorsorglich mit ihr zusätzlich eingeübt hatten: Sie
ermunterte den Kronprinzen, seine vornehme Art beim
Liebesgeplänkel zu vergessen und wie ein völlig ungebildeter
und sogar schlimm vulgärer Untertan mit ihr zu sprechen.
Das war dann der Durchbruch: Es gefiel ihm ungemein, nur hörte er
zum Entsetzen seiner Umgebung nicht mehr auf, sich in dieser Weise zu
äußern. Jedenfalls konnten wir ihm nun auch Begegnungen mit
den dreiundzwanzig sorgfältig von uns ausgesuchten und geschulten
Damen ermöglichen, die jeweils eine völlig andere Rolle in
ausgeklügelten Kostümierungen spielten – bis sich sein
erotischer Geschmack total änderte und er auf groß
gewachsene und blond gefärbte afrikanische Schönheiten
neugierig wurde. Aber auch das hatte unser Erotik-Komitee vorausgeahnt
und sanft eingefädelt…
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