Münchhausen
Geliebt hab ich sie  fast  alle
©  Willem de Haan
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Ein erotisches Krisen-Komitee

Noch in Wien erreichte mich ein Befehl meines Königs, mich für eine Reise in das „Königreich beider Sizilien“ zu rüsten. Ich bereitete mich mit Hilfe österreichischer Diplomaten auf diesen Auftrag vor, aber dann kam uns ein Krieg in die Quere und wir kehrten heim nach Frankreich.

Ich berichtete ausführlich den mich im Hof abfangenden Wichtigtuern, legte ihnen die Bilder vor und erläuterte sie absichtlich so interessant und doch raffiniert lückenhaft, dass der Thronfolger mich endlich persönlich empfing und dann von mir alles Rühmenswerte erfuhr. Es beeindruckte ihn; er leckte sich mehrmals die Lippen und seufzte bei manchem verführerischen Bild. Seine Eltern hatten inzwischen aber eine andere Verbindung mit ihm vor; er verabscheute sie, aber die Staatsraison verlangte seine Unterwerfung. Auf die neue Frau sollte er noch zwei Jahre warten.

Ich bekam einen bunten Orden und den womöglich auch ähnlich ehrenhaften königlichen Auftrag, dem Kronprinzen einstweilen einige Mätressen zuzuführen. Sie sollten ihn wohl dazu bringen, sich als Mann bestätigt zu fühlen und seine erotischen Kenntnisse zu erweitern; in dieser Hinsicht sahen seine Vertrauten offenbar Defizite.

Es folgte eine für mich schwierige Vermittlungsphase, denn die Hofschranzen ließen mich partout nicht mehr zum Kronprinzen vordringen. Meine Befragungen ergaben aber, dass ihn die aparten und wirklich sehr verschiedenen Frauen, die ich ihm zuführte, überhaupt nicht mehr erregen konnten.

In meiner Not bildete ich mit einigen Experten das heute noch bestehende „Königlich-Erotische-Krisen-Komitee“. Bei unseren nächtelangen Wein-Runden hatte wieder einmal Eve-Marie den rettenden Einfall gehabt: Wir führten Seiner Königlichen Hoheit als elfte Frau die hübsche schwangere Jasmin mit einem bereits sehr hoffnungsvoll gewölbtem Bauch und erregend riesig gewordenen Brustknospen zu.

Jasmin reizte ihn tatsächlich mühelos und verschaffte ihm große Lust, allerdings wesentlich auch durch eine weitere Besonderheit, auf die wir eines Nachts gekommen waren und die wir vorsorglich mit ihr zusätzlich eingeübt hatten: Sie ermunterte den Kronprinzen, seine vornehme Art beim Liebesgeplänkel zu vergessen und wie ein völlig ungebildeter und sogar schlimm vulgärer Untertan mit ihr zu sprechen.

Das war dann der Durchbruch: Es gefiel ihm ungemein, nur hörte er zum Entsetzen seiner Umgebung nicht mehr auf, sich in dieser Weise zu äußern. Jedenfalls konnten wir ihm nun auch Begegnungen mit den dreiundzwanzig sorgfältig von uns ausgesuchten und geschulten Damen ermöglichen, die jeweils eine völlig andere Rolle in ausgeklügelten Kostümierungen spielten – bis sich sein erotischer Geschmack total änderte und er auf groß gewachsene und blond gefärbte afrikanische Schönheiten neugierig wurde. Aber auch das hatte unser Erotik-Komitee vorausgeahnt und sanft eingefädelt…

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Inhalt

Am Beginn unserer Bekanntschaft
Aufbruch
Das will ich vorausschicken
Lernstunden der Liebe
Frühlingsfische
Spätes, erfreuliches Wiedersehen
Waldfee? Teufelsweib? Hexe?
Mein anderer Franziskus
Die Eroberung einer Burgherrin
Meine Reise nach Russland

Riskante Rast im Schnee
Dreiundzwanzig liebeshungrige Frauen
Hochzeitsgast in einem russischen Dorf
Endlich in St. Petersburg
Der Zarin zu Füßen
Bei Hofe knistert überall Erotik
Russische und indische Liebeskünste
Allerhöchste Schokoladengelüste
Im Hintergrund des Machtzentrums
Kaiserliche Gewinnspiele

Vertrauter und künstlerischer Berater
Wir brauchen eine Bühne und Verkleidungen
Auch ein Starker braucht Bestärkung
Un(frei)williger Kriegsheld
Tatarenleidenschaft
Beim Sultan in Konstantinopel
Ein türkisches Muss: Ein Harem für mich
Ich lebe gern mit vielen Frauen
Jeder Alltag war ein Festtag
Die Flöte des Pan

Gewöhnungsbedürftiges
Für manches weiß ich eine Lösung
Kulturaustausch mit dem Reich der Pharaonen
Im Palast des Paschas
Ägyptische Freuden und Plagen
In goldenen Käfigen
Delfine zogen mich nach Griechenland
Stille Zeit und alte Bräuche
Begegnung mit überirdischer Schönheit
In die Welt hinausgeschleudert

In weiblicher Gefangenschaft
Strafverschärfung: Lieblingsgefangener
Schöpferisches Handeln hält hellwach
Undankbare Flucht
Mediterranes Zwischenspiel
Ich erforschte den falschen Vulkan
Verblendeter und sofort bestrafter Eifer
Verlust der Erdenschwere
Auf einem andern Stern
Die Muse des Gesanges

Befreiung durch Naturgesetze
Archäologen wurden Zeugen
Eingewöhnung in irdisches Leben
Jagdverhinderung in Bayern
Im schottischen Hochmoor
Frühstück für Nessie
Eisbären sind musikalisch und tanzfreudig
Unerwartete Freuden in Polarnächten
Tigerjagd in Bengalen
Literatur als Überlebenshilfe

Nächtlicher Kampf mit Berglöwen
Liebe macht manchmal erfinderisch
Dichtertreffen
Der König mit dem Knall
Delikate Mission: Königlicher Vorkoster
…und her wider unz an Ungerland
Heilige in der Kirche, Dame im Salon und im Bett eine…
Dagmars unwiderstehliche Strategie
Mit Wanda und Ewa im Schnee
Ein erotisches Krisen-Komitee

Königlich-Niederländisches Liebesnest
Tarantella tanzen in Tarent
Irgendwo in der Südsee
Lernbereite Kannibalenkinder
Seminare unter Palmen
Manchmal hilft uns auch ein Schurke
Das Geschenk des Zauberers
An Bord eines Seeteufels
Von Bremen aus heimwärts
Hexenwerke im Harz?

Auch hierzulande gibt es Reise- Erschwernisse
Im heiligen Köln
Säulenheilige am Dom
Liebesarien
Ein Abend mit lauter Fragen
Was soll ich in Amerika?
Wiedersehen mit Mahajusha
Im Wein wird doch Wahrheit sein?
Mahajusha schenkt mir Flügel
Tiefschläge aus heiterem Himmel

Nachwort
Lesungen u. Bestellungen für Buch
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Sach-, Personen und Ortsregister
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Ich selbst
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