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Befreiung durch
Naturgesetze
Viele Wahrnehmungen konnte ich erst später und oft erst nach
Gesprächen mit Fachwissenschaftlern zu Theorien formen.
Alltagsbeobachtungen brachten mich darauf, dass sie eine Methode
gefunden hatten, aus Müll und Mist und wahrscheinlich noch
angereichert durch sorgsam aufgesammelte abgestorbene Lebewesen einen
Treibstoff für ihre Raketen zu entwickeln. Während meiner
Zeit bei ihnen starteten sie viermal ins Weltall; zweimal sah ich sie
zurückkehren – mit Dingen, die sie vor mir geheim hielten.
Es sah chancenlos aus, aber ich dachte immer intensiver an Flucht. Ich
hatte entdeckt, dass sich eine starke Gasbildung in meinen
Gedärmen ereignete, wenn ich den Essig aus dem alten Eichenfass
mit extra viel Knoblauch und gestoßenem und aufgequollenem Mais
mischte und als Mahlzeit verzehrte. Die Folgen dieser Blähungen
waren mir, wie ich anfangs fürchtete, in meiner luftdichten Hose
sogar anzusehen.
Und dann machte ich die Entdeckung, dass ich dieses Gas in meiner
Kleidung auch länger ansammeln konnte. Mir war aufgefallen, dass
mein Gang schwebender geworden war. Ich konnte bei meinen Schritten mit
jeweils einem Bein viel länger als normal in der Luft bleiben.
Eines mir günstig erscheinenden Abends verstärkte ich die
förderlichen Zutaten in meinem Mahl so außerordentlich, dass
mein Atem sehr wahrscheinlich einen ausgewachsenen Elefanten
betäubt hätte. Ich legte mich wie üblich in meiner Wabe
schlafen und bemerkte beim Aufwachen elektrisiert, dass ich schwebte
und bereits von einem Windzug aus der Wabe heraus getrieben worden war.
Für einen Augenblick sah ich noch unter mir aufgeregt
herumlaufende und gestikulierende silberne Wesen, die immer kleiner
wurden, dann umgaben mich Wolken. Ich flog hinaus ins Weltall. Ich war
entkommen, sogar auf unglaublich leichte Weise, wagte aber noch nicht
zu jubeln, denn wie konnte ich mich im unendlichen All zurechtfinden
und welche Gefahren würden mir begegnen? Ich weiß nicht, wie
lange ich frei schwebte, ich konnte mich kaum steuern und musste mich
treiben lassen. Wunderbare, traumhaft schöne Erlebnisse waren die
Sonnenauf- und –untergänge, die vielen Blitzgewitter über der
Erde und die unzählbaren goldenen und silbernen Sterne neben und
über mir.
Ich muss geschlummert haben, als mich ein machtvolles Zischen
aufschreckte. Ein leuchtender Stern raste auf mich zu.
Unwillkürlich versuchte ich mich mit den Armen gegen ihn zu
schützen, aber er riss mich mit in die Tiefe.
Ich fühlte mich wie magnetisch angeklammert. In der rasenden
Geschwindigkeit war ich sofort bewusstlos geworden. Ich wäre wohl
vor Angst gestorben, wenn ich das lange Durchrasen des Alls und das
sicher gefährliche Eintauchen in die vermutbare Hülle unseres
Planeten mit wachen Sinnen erlebt hätte. Findet ihr nicht auch,
dass es manchmal eine Gnade sein kann, wenn uns etwas entgeht?
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