Münchhausen
Geliebt hab ich sie  fast  alle
© Willem de Haan
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Befreiung durch Naturgesetze

Viele Wahrnehmungen konnte ich erst später und oft erst nach Gesprächen mit Fachwissenschaftlern zu Theorien formen. Alltagsbeobachtungen brachten mich darauf, dass sie eine Methode gefunden hatten, aus Müll und Mist und wahrscheinlich noch angereichert durch sorgsam aufgesammelte abgestorbene Lebewesen einen Treibstoff für ihre Raketen zu entwickeln. Während meiner Zeit bei ihnen starteten sie viermal ins Weltall; zweimal sah ich sie zurückkehren – mit Dingen, die sie vor mir geheim hielten.

Es sah chancenlos aus, aber ich dachte immer intensiver an Flucht. Ich hatte entdeckt, dass sich eine starke Gasbildung in meinen Gedärmen ereignete, wenn ich den Essig aus dem alten Eichenfass mit extra viel Knoblauch und gestoßenem und aufgequollenem Mais mischte und als Mahlzeit verzehrte. Die Folgen dieser Blähungen waren mir, wie ich anfangs fürchtete, in meiner luftdichten Hose sogar anzusehen.

Und dann machte ich die Entdeckung, dass ich dieses Gas in meiner Kleidung auch länger ansammeln konnte. Mir war aufgefallen, dass mein Gang schwebender geworden war. Ich konnte bei meinen Schritten mit jeweils einem Bein viel länger als normal in der Luft bleiben.

Eines mir günstig erscheinenden Abends verstärkte ich die förderlichen Zutaten in meinem Mahl so außerordentlich, dass mein Atem sehr wahrscheinlich einen ausgewachsenen Elefanten betäubt hätte. Ich legte mich wie üblich in meiner Wabe schlafen und bemerkte beim Aufwachen elektrisiert, dass ich schwebte und bereits von einem Windzug aus der Wabe heraus getrieben worden war.

Für einen Augenblick sah ich noch unter mir aufgeregt herumlaufende und gestikulierende silberne Wesen, die immer kleiner wurden, dann umgaben mich Wolken. Ich flog hinaus ins Weltall. Ich war entkommen, sogar auf unglaublich leichte Weise, wagte aber noch nicht zu jubeln, denn wie konnte ich mich im unendlichen All zurechtfinden und welche Gefahren würden mir begegnen? Ich weiß nicht, wie lange ich frei schwebte, ich konnte mich kaum steuern und musste mich treiben lassen. Wunderbare, traumhaft schöne Erlebnisse waren die Sonnenauf- und –untergänge, die vielen Blitzgewitter über der Erde und die unzählbaren goldenen und silbernen Sterne neben und über mir.

Ich muss geschlummert haben, als mich ein machtvolles Zischen aufschreckte. Ein leuchtender Stern raste auf mich zu. Unwillkürlich versuchte ich mich mit den Armen gegen ihn zu schützen, aber er riss mich mit in die Tiefe.

Ich fühlte mich wie magnetisch angeklammert. In der rasenden Geschwindigkeit war ich sofort bewusstlos geworden. Ich wäre wohl vor Angst gestorben, wenn ich das lange Durchrasen des Alls und das sicher gefährliche Eintauchen in die vermutbare Hülle unseres Planeten mit wachen Sinnen erlebt hätte. Findet ihr nicht auch, dass es manchmal eine Gnade sein kann, wenn uns etwas entgeht?

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Inhalt

Am Beginn unserer Bekanntschaft
Aufbruch
Das will ich vorausschicken
Lernstunden der Liebe
Frühlingsfische
Spätes, erfreuliches Wiedersehen
Waldfee? Teufelsweib? Hexe?
Mein anderer Franziskus
Die Eroberung einer Burgherrin
Meine Reise nach Russland

Riskante Rast im Schnee
Dreiundzwanzig liebeshungrige Frauen
Hochzeitsgast in einem russischen Dorf
Endlich in St. Petersburg
Der Zarin zu Füßen
Bei Hofe knistert überall Erotik
Russische und indische Liebeskünste
Allerhöchste Schokoladengelüste
Im Hintergrund des Machtzentrums
Kaiserliche Gewinnspiele

Vertrauter und künstlerischer Berater
Wir brauchen eine Bühne und Verkleidungen
Auch ein Starker braucht Bestärkung
Un(frei)williger Kriegsheld
Tatarenleidenschaft
Beim Sultan in Konstantinopel
Ein türkisches Muss: Ein Harem für mich
Ich lebe gern mit vielen Frauen
Jeder Alltag war ein Festtag
Die Flöte des Pan

Gewöhnungsbedürftiges
Für manches weiß ich eine Lösung
Kulturaustausch mit dem Reich der Pharaonen
Im Palast des Paschas
Ägyptische Freuden und Plagen
In goldenen Käfigen
Delfine zogen mich nach Griechenland
Stille Zeit und alte Bräuche
Begegnung mit überirdischer Schönheit
In die Welt hinausgeschleudert

In weiblicher Gefangenschaft
Strafverschärfung: Lieblingsgefangener
Schöpferisches Handeln hält hellwach
Undankbare Flucht
Mediterranes Zwischenspiel
Ich erforschte den falschen Vulkan
Verblendeter und sofort bestrafter Eifer
Verlust der Erdenschwere
Auf einem andern Stern
Die Muse des Gesanges

Befreiung durch Naturgesetze
Archäologen wurden Zeugen
Eingewöhnung in irdisches Leben
Jagdverhinderung in Bayern
Im schottischen Hochmoor
Frühstück für Nessie
Eisbären sind musikalisch und tanzfreudig
Unerwartete Freuden in Polarnächten
Tigerjagd in Bengalen
Literatur als Überlebenshilfe

Nächtlicher Kampf mit Berglöwen
Liebe macht manchmal erfinderisch
Dichtertreffen
Der König mit dem Knall
Delikate Mission: Königlicher Vorkoster
…und her wider unz an Ungerland
Heilige in der Kirche, Dame im Salon und im Bett eine…
Dagmars unwiderstehliche Strategie
Mit Wanda und Ewa im Schnee
Ein erotisches Krisen-Komitee

Königlich-Niederländisches Liebesnest
Tarantella tanzen in Tarent
Irgendwo in der Südsee
Lernbereite Kannibalenkinder
Seminare unter Palmen
Manchmal hilft uns auch ein Schurke
Das Geschenk des Zauberers
An Bord eines Seeteufels
Von Bremen aus heimwärts
Hexenwerke im Harz?

Auch hierzulande gibt es Reise- Erschwernisse
Im heiligen Köln
Säulenheilige am Dom
Liebesarien
Ein Abend mit lauter Fragen
Was soll ich in Amerika?
Wiedersehen mit Mahajusha
Im Wein wird doch Wahrheit sein?
Mahajusha schenkt mir Flügel
Tiefschläge aus heiterem Himmel

Nachwort
Lesungen u. Bestellungen für Buch
und CD-Fassung

Sach-, Personen und Ortsregister
Rollentauschmöglichkeiten

Ich selbst
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