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Aufbruch
Die es aus der Heimat in die Ferne zieht, haben meist ihre guten
antreibenden Gründe; nicht immer ist es reine Abenteuerlust, bei
mir
aber wohl doch. Irgendwann genügten mir die Berichte der Journale
nicht
mehr; ich wollte mich selbst umsehen und das mich wenig aufregende
jährliche Feilschen um die Preise für Weizen, Rüben und
Schweinefleisch
gegen ziemlich ungewisse Abenteuer in der Fremde eintauschen.
Ich habe es nicht bereut, schöne Teile der Welt und viele Menschen
näher kennen gelernt zu haben. Jetzt, zugegeben, finde ich es
angenehm,
am heimischen Kamin mit alten Freunden und ihren Lieblingsfrauen zu
sitzen, die mir helfen, den im Keller vorteilhaft gereiften Wein auf
die fröhlichste Weise aufzubrauchen.
Der Wein löst mir oft die Zunge und ich bin bald bereit, von
meinen
Abenteuern zu berichten. Einige waren wirklich wunderbar und wert,
erzählt zu werden - warum nicht auch anderen als euch in dieser
Weinrunde.
Vielleicht wollen einige Leser diese Geschichten einander vorlesen;
dazu eignen sie sich nach dem Urteil mehrerer Kenner besonders bei
spätabendlichen Gelegenheiten. Ich zweifle nur, ob man sie auch
nüchtern genießen kann - das müsst ihr ausprobieren.
Ihr sollt meine Geschichten als möglichst bewegte Szenen vor Augen
haben, aber macht mich nicht verantwortlich für die Bilder, die in
euren Köpfen entstehen...
Das
will ich vorausschicken:
Für mich waren und sind Frauen einmalige, geheimnisvoll bleibende
Geschöpfe, die richtig aufblühen, wenn sie sich
gewürdigt, geschätzt,
geliebt und begehrt fühlen. Ohne Frauen lohnte es für mich
nicht, lange
zu leben. Ohne Sympathie, ohne Wärme, ohne Zuneigung und erst
recht
ohne Liebe muss ein Leben arm bleiben. Außerdem machen Frauen aus
uns
Männern etwas zum Guten oder wenigstens zum Besseren hin.
Mit der Liebe und der Lust gehen wir alle zu leichtfertig um, und wir
können sie auch nur unbeholfen beschreiben. Das muss unvollkommen
bleiben, weil sie offenbar aus eigenem Antrieb über uns kommen:
wir
sind ihnen ausgeliefert, sie beherrschen alle anderen Regungen und
unsere Gedanken und ziehen alles auf sich…
Von der Liebe und von ihrer weniger scheuen Schwester Lust verstehe ich
immer noch zu wenig, aber ich konnte sie viele Male in
abwechslungsreicher Stärke aus der Nähe und in mir erleben:
Manchmal
war es vielleicht nur ein Anflug von Liebe oder nur die Verliebtheit in
die Liebe, manchmal etwas Knisterndes oder ein loderndes Feuer – aber
schon wegen dieser bewegenden Erlebnisse hat sich mein Leben gelohnt.
Ich wünsche euch, dass ihr das auch sagen könnt: Was
wäre unsere Welt
ohne unsere menschlichen Gegenstücke! Als Mann bin ich begeistert
davon, dass Gott, wie es in der poetischen Schöpfungsgeschichte
der
Bibel steht, alle seine Werke mit der Erschaffung der Frau krönte
und
sie dann sehr gelungen fand. Mein Leben ist wahrscheinlich zu kurz, die
Frauen gebührend zu rühmen, aber versuchen will ich es, indem
ich euch
von einigen Begegnungen erzähle.
Von manchen Schilderungen werdet ihr vielleicht sagen: sie sind zu
schön, um wahr zu sein… Seid ihr auf Zahlen versessen? Soll ich
etwa
die Frauen zählen, die mein Leben verschönt und oft
verzaubert haben?
Es waren schon deshalb auf keinen Fall zu viele, weil ich heute noch
fast jede Nacht von einer anderen träume: In meinem
Russisch-Türkischen
Bad zum Beispiel habe ich viele meiner mir liebsten Frauen alle
spürbar
dicht bei mir...
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