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Allerhöchste
Schokoladengelüste
Die Zarin hatte mir anfangs spätnachts eine Eskorte der
berüchtigten Säbelreiter aus ihrer Leibgarde mitgegeben, und
tatsächlich hatten neidische Kerle mir mehrmals Mördertrupps
auf den Hals geschickt. Später waren die sich daraus ergebenden
Blutbäder nicht mehr nötig, denn ich blieb ja über
Nacht.
Wir hatten morgens einen starken Liebesdrang; ich wollte ihn nicht nur
triebhaft wirken lassen. Die Zarin gewöhnte sich an meinen
Einfall, jeden zweiten Tag ein besonders gehaltvolles Liebesfest zu
inszenieren, das sie genossen hat, die Zuschauerinnen auch. Einige von
ihnen machten überdeutliche Verführungs- versuche, die ich
selbstredend abgewehrt habe, jedenfalls fast alle.
Die junge Rumänin Doina fiel unter den Kammerfrauen durch ihre
ungezwungene Fröhlichkeit und ihren Charme auf. Sie hatte es
sichtbar nicht ungern übernommen, der Zarin mit mir einige
erotische Besonderheiten vorzuspielen, so zum Beispiel die Wirkung und
den Genuss flüssig gemachter und auf die Haut gegossener
Schokolade. Als wir drei einmal und gar nicht zufällig entkleidet
waren, befahl Katharina: „Leg sie auf den Bauch und nimm sie von
hinten.“
„Befehl ist Befehl!“ heißt es überall beim Militär; ich
hatte schon schwierigere Anordnungen befolgen müssen, aber ich war
verblüfft: Doina, die gewohnt war, alle Anweisungen
widerspruchslos zu befolgen, wagte der Zarin zu sagen: „Vergebung,
Majestät: Soll die Exzellenz das ohne jedes Vorspiel tun?“
Ich habe den Atem angehalten – Doina riskierte ihr Leben; aber
Katharina lächelte beeindruckt und gab mir ein Zeichen: Sie wollte
offenbar eins meiner von ihr selbst oft erlebten und von ihr mehrmals
gerühmten Vorspiele einmal bei einer anderen Frau beobachten.
Doina machte es mir leicht und ich empfand diese Aufgabe auch als
künstlerische und alle Fantasie ermöglichende
Herausforderung. Wir küssten uns und umarmten uns in der
anspruchsvollen „Hohen Kaskade“. Doina drehte sich so, dass wir beide
uns gegenseitig mit Liebkosungen verwöhnen konnten. Ich
spürte ihre zärtlichen Bisse und sie hat meine Zunge in ihrem
Schoss willkommen geheißen. Irgendwann fiel uns auch der Befehl
der Zarin wieder ein.
Katharina applaudierte uns; mir war aber trotz der ergreifenden
Erlebnisse unbehaglich zumute. Nach einer Weile klingelte Katharina;
eine andere Kammerfrau erschien mit einer kleinen goldenen Kanne, aus
der heiße Schokolade duftete.
Wir beide unterbrachen unser Liebesspiel nicht, während Katharina
selbst die Kanne auf Doinas Schultern und den Rücken ausgoss.
Doina schrie auf; es war ein lustvolles Erschrecken und ich versuchte
natürlich, sie meine inzwischen innige Verbundenheit spüren
zu lassen.
Katharina und ich machten uns daran, von der bald fester werdenden
Schokolade Stücke abzunagen. Ich setzte Doina vor mich, umfasste
sie von hinten so, dass ich ihre rechte Brust halten konnte und gab ihr
mit der anderen Hand Schokoladenfetzen zu kosten. Ich fand Doina
richtig lieb und dazu auch sehr begehrenswert.
Katharina hatte dann den Einfall, neu bereitete Schokolade auf das
reizvolle Dreieck von Doinas Schoß zu gießen; das tat sie
selbst und Doina ergab sich lustbereit. Als die braune Schicht etwas
fester geworden war und Doina nur noch leise wimmerte, forderte die
Zarin mich auf, mit ihr zusammen die Schokolade nur mit dem Mund
aufzuessen. Spätestens dabei muss ihr wohl aufgefallen sein, dass
ich Doina entschieden mehr als das süße Zeug mochte, und
dass Doina mich auch nicht ohne Zuneigung ansah. Doinas Zuwendung
machte mir Sorgen, denn ich wollte Katharina auf keinen Fall
eifersüchtig machen.
Als wir danach auf Katharinas Wunsch alle drei unter die Decken
schlupften, hielt sich Doina auffällig und uns nur sachte
unterstützend zurück und ich war nur noch Katharinas
Liebhaber. Leider hat Katharina bemerkt, dass die junge Frau im
Lustrausch mit geschlossenen Augen einen Augenblick lang mit ihren
Lippen meinen Schaft umschlossen hielt. Für mich war es ein
erregendes Zeichen dafür, dass wir nicht nur Darsteller von
Liebesposen waren, aber vom nächsten Morgen an war Doina
verschwunden. Sie sei erkältet, hieß es. Ich habe sie nie
wieder gesehen, und ich fühlte mich mitschuldig an dieser
Entwicklung.
Wenige Nächte danach wollte Katharina die Schokolade auf ihrem
Körper spüren. Sie wollte die süße Masse und
meine, später mit ihr geteilte Verzehrfreude auch an jener ihr
besonders wichtigen Stelle ihres Körpers erleben. Ich genoss es,
aber mir schwante, dass sie dies auch bald in einer Variation an mir
nachempfinden wollte.
Bei mir musste die braune Masse dann ordentlich heiß sein; das
war dann der Anfang eines neuen variantenreichen Liebesspiels, immerhin
eine Abwechslung von der häufiger erlebten Variante, das bereits
lustbereite Zentrum meiner Männlichkeit, sie nannte es einmal den
„wahren Münchhausen“, vorher in französischen Likör zu
tippen; das wirkte sich auf unsere Liebesspiele nachhaltig anregend
aus.
Die Verwendung von Schokolade in erotischen Spielen verbreitete sich
wie eine Mode schnell nicht nur in unserer höfischen Gesellschaft.
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